Gianni Merlo, Präsident des internationalen Sportjournalisten-Verbandes AIPS, hat scharfe Kritik am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) geübt.

"Sie gehen einfach zu weit. Der Sport ist nicht für Politiker bestimmt, dennoch entfernt er sich immer weiter vom normalen Menschen. Wir brauchen eine Revolution", sagte der Italiener im Vorfeld der IOC-Session in Buenos Aires dem "ZDF".

Merlo machte seine Kritik auch am schwer bewachten Austragungsort der Konferenz, dem Buenos Aires Hilton, fest: "Die Straßen rundherum sind wie leergefegt. Es sieht aus, als ob hier Krieg herrscht, und kein Sport-Treffen stattfindet."

Der 66-Jährige prophezeit dem IOC eine schwierige Zukunft, der neue Präsident stehe vor großen Herausforderungen: "In ein paar Jahren wird das IOC wie die Titanic sinken. Alle singen und tanzen noch, aber der Eisberg ist schon nahe. Wenn sie weiter nur dem Dollar folgen, wird der Sport sterben."

Am Dienstag wählt die IOC-Session einen Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Jacques Rogge.

Als Favorit gilt DOSB-Präsident Thomas Bach.

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