Attacke gegen Thomas Bach: Einen Tag vor der Präsidentenwahl im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hat der Schweizer Kandidat Denis Oswald den deutschen Favoriten scharf kritisiert.

"Ich möchte einen unabhängigen Kandidaten, der nicht auf bestimmte Allianzen angewiesen ist und der seine Position für nichts anderes nutzt als zum Wohle des Sports", sagte Oswald (66) dem öffentlich-rechtlichen Schweizer Radiosender "RTF".

Der Schweizer kritisierte Bach für dessen Kontakte zum kuwaitischen IOC-Mitglied Scheich Ahmad al-Sabah.

"Die Mitglieder müssen ihre Wahl treffen, und einige mögen die Verknüpfungen zwischen Bach und Kuwait nicht", sagte Oswald und nahm Bezug auf die angebliche Unterstützung Bachs durch al-Sabah.

In einem "ARD"-Interview hatte sich der Scheich als Unterstützer Bachs zu erkennen gegeben und eine nicht näher beschriebene Abmachung zwischen ihm und Bach erwähnt.

Bach wollte am Montag in einer Sitzungspause nicht auf Oswalds Vorwürfe eingehen. "Ich habe sie nicht gehört, bin gerade erst darauf angesprochen worden. Es gibt so viele Gerüchte in diesen Tagen, dass ich mir angewöhnt habe, ihnen nicht zu folgen, sondern mich auf die Gespräche mit meinen Kollegen zu konzentrieren - und die laufen ganz gut", sagte Bach.

Oswald, Ex-Präsident des Ruder-Weltverbandes, erwähnte in dem Interview zudem "Druck, der durch Instanzen aus der deutschen Politik aufgebaut" worden sei, der "nicht ignoriert" werden könne. Ins Detail ging er nicht, ergänzte aber: "Einige denken, dass das kein Ausdruck von Demokratie ist."

Auf die Frage, ob er seine Kandidatur zurückziehen werde, antwortete Oswald: "Sicherlich nicht zu Gunsten von Thomas Bach. Es bestehen nicht dieselben Werte." Am Montag wollte sich Oswald in einer Sitzungspause in Buenos Aires nicht mehr äußern.

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