Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hat die Vorwürfe gegen den deutschen Kandidaten für das Amt des IOC-Präsidenten, Thomas Bach, zurückgewiesen.

Bach sei "komplett unabhängig in jeder Hinsicht. Er ist nicht abhängig von irgendwelchen Verbindungen", sagte Vesper dem Sportradio SPORT1.fm: "Er stellt sich zur Wahl und hofft auf Zustimmung einer Mehrheit der IOC-Mitglieder."

Der Schweizer Gegenkandidat Denis Oswald hatte gemutmaßt, Bach profitiere von Ränkespielen innerhalb des IOC.

"Ich möchte einen unabhängigen Kandidaten, der nicht auf bestimmte Allianzen angewiesen ist und der seine Position für nichts anderes nutzt als zum Wohle des Sports", so Oswald (66) im öffentlich-rechtlichen Schweizer Radiosender "RTF".

Vor der Wahl am Dienstagabend rührte Vesper bei SPORT1.fm die Werbetrommel für den deutschen Kandidaten: "Ich glaube, er hat große Unterstützung bei den IOC-Mitgliedern. Er hat in vielen Kommissionen den Vorsitz geführt, ist zum dritten Mal IOC-Vizepräsident. Sie kennen seine Qualitäten, wissen, dass er führen kann, dass er Konzepte hat. Von daher ist die Stimmung positiv, aber entschieden wird morgen."

Die Entscheidung des IOC, Tokio trotz der Strahlenbelastung nach der Atomkatastrophe von Fukushima die Olympischen Spiele 2020 zuzusprechen, lobte Vesper: "Ich finde, es ist eine gute Wahl. Es ist ein Signal an die Menschen in Tokio."

Japan dürfe sich darauf jedoch keinesfalls ausruhen, sondern müsse für die Sicherheit der Athleten sorgen: "Tokio und Japan sind in den nächsten sieben Jahren unter den Augen der Weltöffentlichkeit. Jeder Schritt wird noch stärker international beobachtet werden. Deshalb ist das auch ein Ansporn, mit dieser Katastrophe besser umzugehen als in den letzten beiden Jahren."

Auch über die gescheiterten Kandidaten Madrid und Istanbul äußerte sich Vesper. Die spanische Hauptstadt habe "in den letzten Wochen aufgeholt, hat sich aber offenbar zu früh gefreut". Istanbul habe sich hingegen mit der "knüppelharten Reaktion" auf die Proteste am Taksim-Platz selbst geschadet.

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