Die ehemalige deutsche Spitzenathletin Heidi Schüller hat die Wahl von Thomas Bach zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit deutlichen Worten kritisiert.

"Ich halte ihn nicht für den besten Kandidaten. Man wundert sich, mit welch sonderbarer Biographie, mit welch sonderbaren Verbindungen, die man eingegangen ist, man dieses Amt bekommt", sagte die 63-jährige frühere Leichtathletin: "Offensichtlich ist er der richtige Strippenzieher."

Schüller hofft darauf, dass der nächste Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) neue Impulse im Anti-Doping-Kampf und der Doping-Aufklärung setzt: "Es könnte sich wirklich etwas bewegen. Es war schon merkwürdig, wie er sich zum Thema Doping verhalten hat. Da waren viele Lippenbekenntnisse und wenig Effizientes. Vielleicht geht es mit einem anderen besser."

Grundsätzlich wünscht sich die Ärztin einen kommunikativeren DOSB-Präsidenten, "der sich für die Interessen der Athleten einsetzt".

Mit der von ihr mitgegründeten Initiative "Wir gegen Doping" hat Schüller dem neuen IOC-Präsidenten zum Thema Doping bereits einen Brief geschrieben, "mit sehr konkreten Forderungen, mit denen man aus Sicht der Athleten das Dopingproblem zumindest bei uns in den Griff bekommen könnte, wenn man das wollte", so Schüller, die 1972 bei den Olympischen Spielen in München als erste Frau den olympischen Eid für die Athleten gesprochen hatte.

Schüller hatte Bach Anfang August nach Bekanntwerden der Studie über Doping in Westdeutschland der Scheinheiligkeit bezichtigt. "Zum Thema Doping muss er mehr gewusst haben, als er zugibt", sagte Schüller damals.

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