Das olympiakritische Bündnis "Nolympia" sieht in der Wahl Thomas Bachs zum IOC-Präsidenten Nachteile im Falle einer möglichen Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2022.

"Die Chancen von München sind eher gesunken", sagte Sprecher Axel Doering am Mittwoch. "Der Herr Bach kann jetzt nicht mehr so offen für die Austragung der Olympischen Spiele in München eintreten", begründete er.

Bach ist zurzeit noch Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes; beim gescheiterten Bewerbungsanlauf für 2018 war er als DOSB-Präsident auch Werbeträger für München.

Oslo als möglicher Konkurrent für 2022 mache es der bayerischen Landeshauptstadt ebenfalls nicht leichter, erklärte Doering.

In der norwegischen Hauptstadt hatte sich in einer Volksabstimmung die Mehrheit der Bevölkerung für eine Bewerbung Oslos ausgesprochen.

Auch DLV-Chef Clemens Prokop sieht die Chancen auf Olympische Spiele in München leicht gesunken.

"Die Delegierten des IOC werden künftig bei Entscheidungen vermutlich eher darauf achten, dass ein Land nicht zu dominant wird, wenn schon die Führungsposition nach Deutschland geht", sagte der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) am Mittwoch im "Bayerischen Rundfunk".

Als IOC-Präsident sei Bach "zur Neutralität verpflichtet, er hat die Interessen des internationalen Gesamtsports zu vertreten".

Grundsätzlich komme es bei Olympia-Bewerbungen weiterhin "nicht auf die Kontakte zum Präsidenten, sondern allein auf die Qualität" an.

München will sich nach seinem gescheiterten Anlauf für die Winterspiele 2018 nun womöglich um die Austragung für 2022 bemühen.

Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), glaubt hingegen nicht, dass die Wahl von Thomas Bach zum IOC-Präsidenten Auswirkungen auf die Bewerbung Münchens für die olympischen Winterspiele 2022 haben wird.

"Ein deutscher Präsident kann sich jetzt sicher nicht einfach für eine deutsche Bewerbung aussprechen. Wir müssen mit unserem eigenen Konzept überzeugen und nicht auf Schützenhilfe des deutschen IOC-Präsidenten hoffen", sagte Vesper in einem Interview mit dem Sport-Nachrichtensender "Sky Sport News HD".

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel