Der neue IOC-Präsident Thomas Bach soll nach dem Willen des American Jewish Committee (AJC) als Chef der deutsch-arabischen Handelskammer zurücktreten.

"Will er der Präsident aller Sportler werden oder weiterhin der politische Interessenvertreter arabischer Staaten bleiben? Seine neue Funktion ist mit seinem bisherigen Engagement unvereinbar. Wer sich an Boykott-Kampagnen gegen Israel beteiligt, verhält sich grob unsportlich und nicht im Sinne des olympischen Fairplays", heißt es in einer Erklärung des Komitees, die nach der Wahl von Bach veröffentlicht wurde.

Darin gratulierte ihm das AJC auch zu seinem Erfolg in Buenos Aires.

Bach hat bereits angekündigt, alle seine Ämter aufgeben zu wollen.

Nur Aufsichtsratschef eines Holzverarbeitungsmaschinen-Produzenten aus Tauberbischofsheim will er bleiben - dies habe ihm nach eigener Aussage die Ethik-Kommission des IOC gestattet.

Der neue IOC-Chef ist seit 2006 Präsident der deutsch-arabischen Industrie- und Handelskammer (Ghorfa). Er habe nun die Chance, den olympischen Gedanken zu verteidigen und sich für Fairness gegenüber Israel in der Sportlergemeinschaft einzusetzen, erklärte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute.

Bach solle für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro eine Schweigeminute für die 1972 in München ermordeten Israelis ankündigen, um seine Unabhängigkeit zu demonstrieren, forderte Berger.

Von der Bundesregierung verlangte das American Jewish Comittee, die "notwendigen Schritte" einzuleiten, um Bachs IOC-Politik "in Einklang mit den engen politischen, ökonomischen und kulturellen deutsch-israelischen Beziehungen zu bringen".

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