Der neue IOC-Präsident Thomas Bach wird bezüglich einer Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2022 keinen großen Einfluss ausüben, ohnehin sei der Fokus in Deutschland eher auf Sommerspiele ausgerichtet.

Diese Meinung vertrat Gianfranco Kasper, der Präsident des internationalen Skiverbandes FIS, im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung".

"Die Tendenz beim Deutschen Olympischen Sportbund ging schon immer mehr in Richtung Sommer", sagte der 69-jährige Schweizer: "Ganz generell hat ein Großteil der IOC-Mitglieder nicht viel Interesse an den Winterspielen. Das ist ganz einfach so."

Für Deutschland sei es "sicher besser", sich nach der Wahl von Thomas Bach "jetzt erst einmal ein oder zwei Jahre ruhig zu verhalten. Danach ist das mit dem deutschen Präsidenten international kein großes Thema mehr."

Ansonsten sei die Ausgangslage schon "ziemlich ideal für München. Aber man muss aufpassen: Wir dachten in der Schweiz ja auch, wir gehen mit der Bewerbung von St. Moritz ganz einfach durch."

Die Schweizer Bewerbung scheiterte am Veto beim Volksentscheid, den München am 10. November noch vor sich hat.

Allerdings wären die Münchner laut Kasper im Vergleich mit anderen möglichen Bewerbern in der eher schwächeren Position.

"In meinen Augen wäre Oslo der stärkste Kandidat", sagte der Schweizer. Auch einer schon einmal angedeuteten Kandidatur der Schweden mit Östersund räumt er größere Chancen ein als München: "Oslo und Östersund wären schon sehr starke Bewerber."

Zu rechnen sei für die Spiele 2022 außerdem mit Bewerbungen aus Polen, der Ukraine und der Slowakei: "Almaty (Kasachstan, d. Red.) ist ja schon da. Aus Bulgarien hat man nichts mehr gehört, auch nichts mehr aus Barcelona. Also, wir müssen schon froh sein, wenn sich noch jemand bewirbt."

Mit den USA rechnet Kasper nicht: "Die Amerikaner wollen jetzt erst mal wieder Olympische Sommerspiele ausrichten, da sind Winterspiele erst einmal kein Thema."

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