Der mehrmalige Wassersprung-Olympiasieger Greg Louganis sieht einen Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi wegen des Anti-Homosexuellen-Gesetzes als falschen Weg an.

"Dieses Gesetz zeugt von rückwärtsgewandtem Denken! Liebe ist Liebe, Sexualität ist keine Wahl. Du bist, wer du bist. Boykotte aber helfen vielleicht in der Politik und Wirtschaft, aber nicht im Sport. Und sie schaden den falschen Personen, insbesondere bei Olympia", sagte der Amerikaner in der "Welt am Sonntag".

Louganis, der in diesem Herbst seinen Freund heiratet, wird seit 25 Jahren nach einer HIV-Infektion behandelt.

"Ich fühle mich gesund, mir geht es gut. Ich bin immer noch sehr aktiv, treibe Sport, mache Yoga. Das ist Teil meiner Medizin", erklärte der 53-Jährige, der 1984 und 1988 je zweimal Olympia-Gold gewann.

"Ich nehme meine Medizin am Morgen, ich nehme sie am Abend, und ich lebe mein Leben. Ich lasse mein Blut normalerweise alle vier Monate kontrollieren, bin einmal in der Woche bei meinem Akupunkteur."

Louganis hatte 1988, sechs Wochen vor den Olympischen Spielen in Seoul, die HIV-Diagnose erhalten, dies aber zunächst verschwiegen. In der Qualifikation des 3-m-Wettbewerbs in Südkoreas Hauptstadt schlug er dann mit dem Kopf auf das Brett und zog sich dabei eine blutende Wunde zu.

Diese wurde von einem Arzt ohne Handschuhe versorgt, der von der HIV-Infektion nichts wusste.

"In dem Moment war es in der Tat unverantwortlich, dem Arzt nichts zu sagen. Dann war da aber dieses große Geheimnis. Ich war gelähmt vor Angst, insbesondere, als der Arzt fertig war. Ich fühlte Schuld", sagte Louganis.

Der Arzt wurde später negativ getestet.

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