Sechs Tage nach seiner Wahl zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist Thomas Bach am Montag von seinem Chefposten im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zurückgetreten.

Der 59 Jahre alte Jurist wird am Dienstag am IOC-Hauptquartier in Lausanne das höchste Amt im Weltsport übernehmen.

"Ich lege das Amt des DOSB-Präsidenten mit Wehmut nieder. Es waren sieben wunderbare Jahre voller emotionaler Momente und großer Herausforderungen. Mein Dank gilt meinen Präsidiumskollegen für die konstruktive Zusammenarbeit und den 98 Mitgliedsorganisationen des DOSB für ihre Unterstützung bei der Zusammenführung von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) zum DOSB", sagte Bach in Frankfurt.

Anstelle von Bach, im DOSB bis Dezember 2014 zum Präsidenten gewählt, wird laut Satzung Hans-Peter Krämer (Köln/72) als Vizepräsident Wirtschaft Finanzen für knapp drei Monate oder auch ein Jahr länger den DOSB führen. A

bhängig ist dies davon, ob bis zur Mitgliederversammlung am 7. Dezember in Wiesbaden ein Nachfolger für Bach gefunden werden kann und dort gewählt wird.

"Unser Dank gilt dem DOSB-Gründungspräsidenten Thomas Bach. Unter ihm ist es gelungen, dem DOSB Profil zu geben und ihn als gesellschaftspolitische Kraft zu etablieren. Wir sind überzeugt, dass er als IOC-Präsident die erfolgreiche Arbeit von Jacques Rogge fortführen und dabei die Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt seines Handelns stellen wird", sagte Krämer.

Bisher hat aus dem Kreis von rund einem halben Dutzend erwarteter Kandidaten nur DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch Interesse öffentlich gemacht, andere äußern sich mit Verweis auf das anstehende Verfahren der Präsidentensuche noch nicht. Bei der DOSB-Sitzung am Montag und Dienstag in Frankfurt sollen erste Schritte in diese Richtung erfolgen.

Auf der Tagesordnung steht das Thema künftiger Präsident dann am Donnerstag an gleicher Stelle bei der Tagung der deutschen Spitzensportverbände, anschließend auch am 30. September in München, wo es vordringlich darum geht, ob die Spitzengremien des DOSB nach dem gescheiterten Anlauf für 2018 eine Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 befürworten.

Bach vollzog am Montag den Rücktritt von weiteren Ämtern und Funktionen, unter anderem als Vorsitzender der Berufungskammer des Internationalen Sportgerichtshofes CAS und als Präsident der Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry.

Bach wird nur noch den Aufsichtsratsvorsitz in der Weinig AG in seiner Heimatstadt Tauberbischofsheim behalten. Dies ist laut Bach von der Ethik-Kommission des IOC gebilligt.

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