Michael Vesper, Generalsekretär des Deutschen Olympischen Sport-Bundes DOSB, glaubt nicht, dass die Vertagung des Schadenersatzprozesses der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein die Vorbereitung des deutschen Olympiateams auf die Winterspiele in Sotschi (7. bis 23. Februar) überschatten wird.

"Für Claudia Pechstein wäre der Prozess vermutlich schon eine Belastung", sagte der Chef de Mission der deutschen Mannschaft auf "SID"-Anfrage.

Allerdings: "Für die deutsche Olympiamannschaft insgesamt wird der Prozess keine Rolle spielen, denn die Athletinnen und Athleten konzentrieren sich in einer solchen Phase gezielt auf den vor ihnen liegenden Wettkampf."

Am Mittwoch hatte die Vorsitzende Richterin Petra Wittmann beschlossen, erst am 29. Januar 2014 zu entscheiden, ob das Landgericht München I für Pechsteins millionenschwere Klage gegen den Eislauf-Weltverband ISU und die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) zuständig und wie gegebenenfalls mit den Forderungen umzugehen ist.

Eine Woche später fällt der Startschuss für die Olympischen Spiele, an denen vermutlich auch Pechstein teilnehmen wird.

Pechstein war im Juli 2009 von der ISU anhand von Indizien und ohne Dopingnachweis "wegen Blutdopings" rückwirkend vom 9. Februar 2009 für zwei Jahre gesperrt worden.

Grund waren "abnormal überhöhte" Retikulozytenwerte, die die Berlinerin später anhand von Gutachten mit einer genetisch bedingten Blutanomalie erklärte.

Der in der Schweiz sitzende Internationale Sportgerichtshof CAS hatte ebenso wie das übergeordnete Schweizer Bundesgericht Pechsteins Sperre bestätigt.

Die Anwälte der 41-Jährigen hinterfragen jedoch die Rechtmäßigkeit der Schweizer Urteile.

Der Klage Pechsteins gegen die DESG sprach Richterin Wittmann jedoch bereits sämtliche Erfolgsaussichten ab.

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