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Alfons Hörmann ist seit Dezember 2013 Präsident des DSOB
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DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat einen zunehmenden Sittenverfall im Sport beklagt. "Diese Frage würde ich uneingeschränkt mit Ja und vielen Ausrufezeichen beantworten. Die Themen Respekt und Sittenverfall beschäftigen mich seit Monaten stark", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes im Gespräch mit der Sport-Bild.

Wie Hörmann weiter erklärte, sei früher mehr Demut im Sieg und mehr Stärke in der Niederlage gezeigt worden. "Heute gilt der WM-Zweite als der erste große Verlierer. Und beim Spiel um Platz drei heißt es: So was von megalangweilig. Das hat auch mit Respekt gegenüber Sportlern und deren Leistungen zu tun", so Hörmann.

Insgesamt gehe der menschliche Respekt verloren, auch im Sport, bemängelte Hörmann. Das zeige auch der Fall Hoeneß: "Respekt hat für mich auch damit zu tun, nicht auf jemanden, der schon am Boden liegt, noch zigmal draufzutreten." Bayern Münchens ehemaliger Präsident Hoeneß sitzt in der Justizvollzugsanstalt Landsberg seine dreieinhalbjährige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung ab.

Für eine geplante Bewerbung Deutschlands um Olympische Sommerspiele ab 2024 hat Hörmann gute Signale in der Bevölkerung ausgemacht. "Die positive Grundstimmung ist aus Sicht des DOSB bereits gegeben. Jüngste Umfragen haben ergeben, dass 76 Prozent auf die Frage nach Olympischen Spielen in Deutschland positiv reagieren", erklärte der Allgäuer.

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