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Christian Ahlmann auf Cöster und drei weitere Paaren wurden in Honkong positiv getestet © imago

Die Doping-Vorwürfe gegen Christian Ahlmann sind bestätigt worden. Die Springreiter treffen sich zur Aussprache.

Lausanne - Die Doping-Vorwürfe gegen Springreiter Christian Ahlmann sind durch die positive B-Probe seines 15 Jahre alten Wallachs Cöster bestätigt worden.

Wegen des Verstoßes gegen die Doping-Regeln bei den Olympischen Reiterspielen in Hongkong muss sich Ahlmann nun vor dem Weltreiter-Verband FEI verantworten, da auch in der B-Probe der verbotene Wirkstoff Capsaicin nachgewiesen wurde. Das teilte die FEI am Mittwoch mit.

Nach der positiven A-Probe war der 33 Jahre alte frühere Europameister aus Marl am vorigen Donnerstag vor dem Finale des olympischen Einzelspringens suspendiert worden.

Anhörungen im September

"Wir haben mit dem Ergebnis gerechnet und sind deshalb nicht überrascht", sagte Reinhard Wendt, deutscher Delegationsleiter in Hongkong, am Mittwochabend. Die FEI hat eine Anhörung von Ahlmann für den 6. September in Lausanne angesetzt.

Wie bei Ahlmanns Pferd Cöster bestätigten auch die Analysen der B-Proben bei den Pferden des Norwegers Tony Andre Hansen (Camiro), des Iren Denis Lynch (Lantinus) und des Brasilianers Bernardo Alves (Chupa Chup) die Ergebnisse aus den Untersuchungen der A-Proben.

Auch hier wurde die verbotene Substanz Capsaicin festgestellt. Alle vier Paare waren schon nach den A-Proben suspendiert und für weitere Turniere gesperrt worden. Die Anhörungen dieser Reiter sind für den Zeitraum vom 5. bis zum 7. September angesetzt.

Norwegen verliert Bronze

Durch das Dopingvergehen von Hansen wird jetzt davon ausgegangen, dass Norwegen nachträglich die Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb an die Schweiz verliert.

Das deutsche Team, das mit der Medaillenvergabe nichts zu tun hatte, dürfte vom fünften auf den achten Platz zurückgestuft werden.

Die deutsche Reiterliche Vereinigung FN kündigte unterdessen am Mittwochabend an, in Zusammenarbeit mit den deutschen Turnierveranstaltern die Zahl der Dopingproben zu erhöhen. Das soll bereits beim Turnier am kommenden Wochenende in Münster umgesetzt werden.

US-Pferd ebenfalls gedopt

Nachträglich gab die FEI zudem einen fünften Doping-Fall in Hongkong bekannt. Das Pferd Mythilus der US-amerikanischen Dressurreiterin Courtney King ist in A- und B-Probe positiv auf die verbotene Substanz Felbinac getestet worden.

Da die A-Probe erst nach Ende der Dressurwettkämpfe ermittelt wurde und eine Suspendierung nicht mehr notwendig gewesen war, verständigte man sich darauf, das Ergebnis erst nach Auswertung der B-Probe zu veröffentlichen. King hatte den 13. Rang in der Einzelwertung belegt.

Reiter sollen Stellung nehmen

Die FEI hat nun ein Tribunal mit drei Richtern benannt, das die Reiter zu Stellungnahmen aufgefordert hat.

Nach Einholung aller Statements und Anhörungen soll spätestens in der ersten Oktober-Woche eine Entscheidung über mögliche Strafen fallen.

Am Ende des Verfahrens sollen auch die Ergebnisse des Mannschaftsspringens offiziell neu berechnet werden.

Ahlmann protestiert

Ahlmann hatte bereits in einer ersten Stellungnahme am Sonntag verkündet, dass er das Urteil der FEI beim Sportsgerichtshof in CAS anfechten werde.

Es sei nicht korrekt, dass der Verband ihn von der Ausübung seines Berufes abhalte, obwohl das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei.

Der Doppel-Europameister von 2003 hatte eingeräumt, Cösters Rücken mit dem capsaicinhaltigen Mittel Equiblock in Folge eines Hexenschusses eingerieben zu haben.

Aussprache in Münster

Derweil wollen sich Deutschlands Springreiter am Donnerstag am Rande des Turniers in Münster zu einer Aussprache treffen.

Der erweiterte Championats-Kader will mit Bundestrainer Kurt Gravemeier die Vorfälle von Hongkong besprechen.

Dort hatte die deutsche Equipe auch sportlich enttäuscht und sowohl im Team- als auch im Einzelspringen eine Medaille verpasst.

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