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Snowboarden zählt seit 1998 in Nagano zum offiziellen Wettkampfprogramm © getty

Die Bewerbung für die Winterspiele 2018 kommt in Fahrt: BMW leistet einen Beitrag - aber höchstens ein Sechstel des benötigten.

München - Die Bewerbung von München um die Olympischen Winterspiele 2018 nimmt buchstäblich Fahrt auf.

Rund zwei Jahre vor der Wahl des Gastgebers durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) konnten die Bayern endlich ihren ersten großen Sponsor aus der Privatwirtschaft präsentieren.

Der Automobilhersteller BMW, dessen Konzernzentrale in der bayerischen Landeshauptstadt direkt neben dem Olympiapark beheimatet ist, wird die Bewerbung mit einem Betrag zwischen drei und fünf Millionen Euro unterstützen.

Seehofer und Ude sagen Danke

Eine gewisse Erleichterung war nicht zu übersehen, als die längst kolportierte Zusammenarbeit am Donnerstag in Sichtweite des legendären Zeltdachs bekannt gegeben wurde - schließlich sollen und müssen rund 30 Millionen Euro eingesammelt werden, um die Bewerbung bis zur Entscheidung des IOC am 6. Juli 2011 erfolgreich gestalten zu können. (Bach: München 2018 ist finanzierbar)

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude hatten sich auch gleich persönlich eingefunden, um BMW für sein Engagement zu danken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich hatte Vertreter der Wirtschaft und des Sports bei einem Treffen am 2. Juni in Berlin auf den gemeinsamen Traum Olympia eingeschworen.

Keine "Goldgräberzeiten"

Ude betonte allerdings, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Zeiten sei ein Einsatz wie jener von BMW "nicht selbstverständlich".

Bis Mitte 2010, wenn das IOC offiziell die drei "Kandidaten-Städte" verkündet, ist das Unternehmen mit drei Millionen Euro dabei. Ist München, was sicher sein dürfte, danach noch im Rennen, folgen weitere zwei Millionen.

Richard Adam machte in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft deutlich: Ziel bleibe, die angestrebten 30 Millionen Euro aus der privaten Wirtschaft zu aquirieren, "auch wenn wir nicht in Goldgräberzeiten leben". ("1972 wurde München vom Dorf zur Stadt")

Online-Abstimmung über das Logo

Tatsächlich, versicherte Adam, seien die Verhandlungen mit weiteren Geldgebern bereits weit gediehen, zum Teil sogar die Verträge schon ausgearbeitet.

Er wolle jetzt allerdings nicht nur "Logos sammeln", sondern "strategische Partnerschaften" eingehen.

Schon in der kommenden Woche will die Bewerbungsgesellschaft zunächst ein eigenes Logo auf den Weg bringen. Nach der Vorauswahl durch eine Jury soll das Markenzeichen dann durch eine Abstimmung im Internet festgelegt werden.

Dreikampf absehbar

Bis Februar 2010 muss München dem IOC dann ein erstes Mini-Bewerbungsbuch vorlegen, ab Juni 2010 begänne nach der Reduzierung der Interessenten auf drei offizielle Bewerber der Endspurt um Olympia 2018.

"Man darf nicht übermütig sein, aber unsere Chancen sind hervorragend", behauptet OB Ude. (Gute Chancen für Olympia in München)

Derzeit läuft alles auf einen Dreikampf hinaus. Neben München wollen sich das französische Annecy und das zuletzt zweimal in der Endausscheidung gescheiterte südkoreanische Pyeongchang bewerben.

Kommt Chicago hinzu?

Anmeldeschluss ist der 15. Oktober. "Ich gehe nicht davon aus, dass da noch jemand hinzukommt", sagte Adam.

Allerdings könnte noch eine Bewerbung aus den USA (Reno, Denver) hinzukommen, sollte Chicago am 2. Oktober in Kopenhagen bei der Vergabe der Gastgeber-Rolle für die Olympischen Sommerspiele 2016 leer ausgehen.

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