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Katarina Witt gewann 1984 und 1988 olympisches Gold im Eiskunstlauf © getty

Katarina Witt soll als Kuratoriums-Vorsitzende die olympische Bewerbung Münchens voranbringen und will "alles dafür tun".

München - Inmitten der Herren-Riege strahlte die zweimalige Olympiasiegerin Katarina Witt über das ganze Gesicht und lieferte gleich eine Kostprobe ihres berühmten Charmes, mit dem sie im Bewerbungsverfahren um die Winterspiele 2018 die entscheidenden Pluspunkte sammeln soll.

"Ich werde alles dafür tun, dass das IOC die Spiele nur nach München vergeben kann", versprach die 43-Jährige, die zur Vorsitzenden des 23-köpfigen Kuratoriums gewählt wurde: "Dann müssen Sie mich aber auch einladen."

Die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin soll also die Charme-Offensive starten und mit ihrem internationalen Renommee eine ähnliche Türöffnerfunktion übernehmen wie Franz Beckenbauer im erfolgreichen Bewerbungsverfahren um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

"Exellente Wahl"

Witt sei eine exellente Wahl, "weil sie der Weltstar des deutschen Wintersports ist", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach.

Mit welchen Vorteilen die deutsche Bewerbung außerdem wuchern will, machte Bach deutlich:

"Kompakt für die Athleten, nachhaltig und ökologisch sowie international wettbewerbsfähig" soll das Sportstättenkonzept sein, das im Münchner Haus des Sports in Sichtweite zum Olympiastadion der Spiele von 1972 vorgestellt wurde.

Auch Neuner und Beckenbauer dabei

Zu dem Gremium gehören unter anderem der für den Sport zuständige Innenminister Wolfgang Schäuble, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Altbundespräsident Richard von Weizsäcker, Altkanzler Gerhard Schröder, DFB-Präsident Theo Zwanziger und Franz Beckenbauer, Charlotte Knobloch als Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Violinistin Anne-Sophie Mutter sowie als aktive Sportlerin die sechsmalige Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner.

Zwei-Cluster-Konzept bestätigt

Bestätigt wurde von der Gesellschafter-Versammlung zudem das sogenannte Zwei-Cluster-Konzept.

Danach werden im Eis-Cluster München sämtliche Eiswettbewerbe ausgetragen, im Schnee-Cluster Garmisch-Partenkirchen die Schneewettbewerbe und in Schönau am Königssee die Ausscheidungen im Bob, Rodeln und Skeleton.

In München soll unmittelbar angrenzend an den bereits bestehenden Olympiapark das Olympische Dorf mit 3500 Betten für die Sportler entstehen, unweit davon zudem das Media-Village mit 1500 Betten.

In Garmisch-Partenkirchen ist das sogenannte Snow-Village mit weiteren 2500 Athleten-Betten vorgesehen.

Biathlon in Oberammergau

"Die Athleten müssen nicht einmal eine Straße überqueren, um zu den Wettkampfstätten zu kommen. Das ist ein Wettbewerbsvorteil", sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude mit Blick auf das geplante Athleten-Dorf nahe des Olympiastadions, in dem Eröffnungs- und Schlussfeier stattfinden sollen.

Zum Schnee-Cluster gehören auch die Biathlon- und Langlaufwettkämpfe, die nahe Garmisch-Partenkirchen in Oberammergau ausgetragen werden sollen.

Für diesen Standort hatte man sich vor allem aus ökologischer Sicht entscheiden, da dort keine Naturschutzgebiete von Baumaßnahmen betroffen seien, hieß es.

Bisher nur ein Großsponsor

Noch offen ist, ob die veranschlagten Bewerbungskosten in Höhe von 30 Millionen Euro tatsächlich ohne Steuergelder finanziert werden können.

"Ob wir den Gesamtbetrag durch Sponsoren reinbekommen, kann ich erst nach dem letzten Vertragsabschluss sagen", räumte Ude ein: "Bis dahin gilt ein schmelzendes Restrisiko."

Bislang hat sich nur BMW als Großsponsor vorgestellt. In den kommenden Wochen werde der Abschluss mit einem weiteren Unterstützer aus der Wirtschaft "ähnlicher Größenordnung" erwartet, sagte Bach.

Entscheidung über Ausrichter 2011

München kann weltwelt die erste Stadt werden, die nach den Olympischen Sommerspielen 1972 auch Winterspiele ausrichtet.

Die Entscheidung darüber fällt auf der 123. IOC-Session im südafrikanischen Durban am 6. Juli 2011.

Neben München stehen das südkoreanische Pyeongchang und Annecy aus Frankreich als Konkurrenten fest. Bis zum 15. Oktober 2009 nimmt das Internationale Olympische Komitee noch Bewerbungen entgegen.

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