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Gewann bei Olympia 2004 Bronze über 200 m Brust: Anne Poleska © getty

Der Streit um die Olympia-Teilnahme spitzt sich zu. Während sich die vor Gericht klagende Bernhardt nicht nach Deutschland traut, spricht ihre Rivalin Anne Poleska Drohungen via TV aus.

München - Die vor Gericht um ihren Olympiastart kämpfende Schwimmerin Vipa Bernhardt wird vorerst nicht nach Deutschland kommen und stattdessen in den USA bleiben.

Das sagte Michael Ulmer, Sportdirektor ihres Vereins SG Frankfurt/Main.

Ursprünglich wollte die 25-Jährige in dieser Woche aus ihrer Wahlheimat Florida, wo sie trainiert und studiert, zurückkehren.

Die Entscheidung gegen eine Anreise sei gefallen, nachdem am Montag bekannt geworden war, dass Bernhardt den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) per Einstweiliger Verfügung gezwungen hat, sie beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die Olympianominierung vorzuschlagen, so Ulmer: "Der Trubel hier ist im Moment zu groß."

Streitpunkt: US-Schwimmklub

Bernhardt versucht den Startplatz der Krefelderin Anne Poleska zu bekommen.

Sie wirft der Olympiadritten von Athen vor, dass diese mehrfach in den USA für den Coral Springs Swimclub an den Start gegangen ist.

Nach den Statuten des DSV wäre Poleska in diesem Fall bei der Olympia-Qualifikation in Berlin, wo sie sich eigentlich zusammen mit Sarah Poewe vor Bernhardt das Olympia-Ticket über 200 m Brust gesichert hatte, nicht startberechtigt gewesen.

Poleska kommentiert sarkastisch

Vielleicht war aber auch die aufgeheizte Stimmung im Schwimmer-Lager der ausschlaggebende Grund für ihr Fernbleiben.

In einem "ZDF"-Interview am Mittwochmorgen ließ Poleska kein gutes Haar an ihrer Konkurrentin, verpackte ihre Drohung aber noch in diplomatische Worte.

Ob sie denn schon mit Vipa Bernhardt gesprochen habe, wurde Poleska gefragt.

Die ebenso prompte wie unmissverständliche Antwort: "Das wär nicht gut, wenn ich das tun würde."

Entscheidung bis Sonntag

Der DOSB muss bis Sonntag entscheiden, ob er die Neurobiologie-Doktorantin noch für die Sommerspiele in Peking nominiert.

Bis Montag müssen alle Olympia-Teilnehmer dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gemeldet werden.

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