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Bahnradfahrer Carsten Bergemann bei der Einkleidung des deutschen Kaders © getty

Von der Socke bis zur Sonnenbrille bekommen die Athleten bei der "Kommandosache Olympiaeinkleidung" alles, was sie in Peking brauchen.

Mainz - Für Elisabeth Hein beginnt die Einkleidung der deutschen Olympiamannschaft mit einer echten Herausforderung.

"Zwei Stunden habe ich an der Jacke von Fabian Hambüchen rumgenäht, aber jetzt passt alles wunderbar. Das macht man doch gern für diese sympathischen jungen Leute", sagt die Schneidermeisterin, die in den Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele mindestens so sehr schwitzt wie die Sportler in den Vorbereitungs-Camps.

Zwischen 45 und 60 Athleten, Trainer, Betreuer und Offizielle kommen derzeit täglich in die Kaserne des 251. Feldjäger-Bataillons nach Mainz, um sich für Olympia chic zu machen und in großen schwarzen Taschen etwa 70 verschiedene Ausrüstungsgegenstände abzuschleppen.

Von der Socke bis zur Sonnenbrille

Von den Socken bis zur Sonnenbrille wird an insgesamt fünf Stationen dank der Hilfe von etwa 40 Soldaten alles ausgeteilt, was in Peking gebraucht wird. Für die Frauen gehören sogar kleine Schminketuis zum offiziellen Gepäck.

Startschuss fürs große Anziehen

"Vor allem das T-Shirt mit dem Drachen gefällt mir. Wann ich aber welches Kleidungsstück tragen soll, darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht", sagt Kugelstoßerin Christine Schwanitz und zieht einen der lachsfarbenen Blazer über: "Gibt's das vielleicht eine Nummer größer?"

Angst vor "dicken Füßen"

Bahnradfahrer Stefan Nimke probiert etwas ratlos Sportschuhe in unterschiedlichen Ausführungen und entscheidet sich schließlich für die größeren.

"Falls man bei der Hitze dort dicke Füße bekommt", sagt er, während Sprinterkollege Robert Förstemann im allgemeinen Getümmel sofort wegen seiner gigantischen Oberschenkel auffällt, die ihn für Konfektionsgröße B völlig ungeeignet machen.

"Das ist kein Problem", sagt er: "Die langen Hosen nehme ich einfach bisschen größer. Dann sind sie unten zwar etwas zu lang, aber das kann ja abgeschnitten werden."

Versorgung aus der Kiste

Pausenlos greifen die uniformierten Helfer an den fünf Ausgabestationen in der Mehrzweckhalle zu Kartons und Kisten und holen immer wieder T-Shirts, Westen, Jacken, Poloshirts, Badeschuhe oder Trainingsanzüge heran.

"Die Frauen sind etwas wählerischer und trauen sich mehr, nach anderen Größen zu fragen", weiß Unteroffizier Janek Pracht.

"Kommandosache Olympiaeinkleidung"

Insgesamt wirken rund 40 Soldaten an der "Kommandosache Olympiaeinkleidung" mit, seit Ende Juni die ersten großen Lastzüge von Ausrüsterfirmen anrollten.

Das Kasernentor ist für die rund 750 Mitglieder des deutschen Teams noch vier Wochen lang geöffnet, alles in allem liegen für die Olympioniken gut 100.00 Teile bereit.

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