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Peking will die Winterspiel 2022 ausrichten
IOC-Präsident Jacques Rogge freut sich auf finanzielle Gewinne © getty

Olympia bleibt die größte Goldgrube des Sports. Der IOC verdient in Peking so viel mehr als die FIFA bei der WM 2006, dass für "Exoten" die Reisekosten übernommen werden.

Peking - Olympische Spiele bleiben die größte Goldgrube des Sports, und das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat es zu seiner vornehmsten Aufgabe erklärt, Platz eins der Weltrangliste zu behaupten.

Mit Einnahmen von rund 3,4 Milliarden US-Dollar aus TV-Rechten und Marketing übertreffen die Sommerspiele von Peking auch klar die Fußball-WM 2006 in Deutschland, die der FIFA rund 2,3 Milliarden einbrachte.

1,7 Milliarden zahlen die Fernsehsender für Peking an das IOC (894 Mio. davon NBC/USA, 443 Mio. die EBU), 866 die 12 TOP-Sponsoren (im Paket mit Turin 2006). Rund eine Milliarde erwartet Chinas Organisationskomitee BOCOG an Marketing-Einnahmen von "Partnern und Sponsoren der Spiele", unter ihnen adidas und VW.

Das summiert sich auf 3,4 Milliarden, zieht man den Turin-Anteil ab.

Etat von zwei Milliarden

Der offizielle Etat für die Organisation der Spiele wird vom BOCOG auf zwei Milliarden Dollar beziffert. Davon überweist das IOC gut die Hälfte: 810 Mio. aus TV-Rechten und 255 Mio. aus dem TOP-Programm.

Mit den eigenen Marketing-Erlösen ist das Budget schon gedeckt. Hinzu kommt der Ticketverkauf, bei dem alle 5,25 Millionen Karten nahezu vergriffen sind.

Athen mit weit weniger Kapazität nahm dabei 228 Mio. Dollar ein, jedoch sind Peking-Tickets günstiger.

China: 40 Milliarden für Olympia

Allerdings macht das BOCOG-Budget nur in geringem Umfang die Kosten der Spiele aus, die sich China weit mehr hat kosten lassen.

Obwohl es keine offiziellen Zahlen gibt, gehen Schätzungen von mindestens 40 Milliarden Dollar aus, die in Infrastruktur (Straßen, Stadien, Flughafen), Telekommunikation und Sicherheit flossen.

Dies wird wie bei allen Spielen als nationale Investition in die Zukunft verbucht.

Kleinere Länder profitieren

Die einzige Ausnahme bildete Los Angeles 1984. Damals setzte der Goldregen ein, der die olympische Welt veränderte.

Von ihm profitieren nicht nur die Ausrichter der Spiele, sondern alle Nationalen Olympischen Komitees (NOKs) und olympischen Fachverbände (28 Sommer, 7 Winter).

Vor allem für die kleinen Länder und Sportarten sind die Zuschüsse von enormer Bedeutung.

IOC bescheiden

Das IOC selbst zeigt sich verhältnismäßig bescheiden. Von den TOP-Einnahmen behält es 10 Prozent, von den TV-Erlösen 17 Prozent, insgesamt knapp 400 Millionen Dollar.

Der Großteil davon fließt über die "Olympische Solidarität" in die Sport-Entwicklungshilfe für die Dritte Welt, ein kleinerer Teil in die Reserve (derzeit 200 Mio.), um einen Ausfall von Spielen abfedern zu können.

Unter den 204 NOKs (ohne USA) werden über 400 Millionen Dollar aufgeteilt, das amerikanische USOC erhält allein fast 300 Millionen, weil die meisten Sponsoren- und TV-Gelder aus den USA stammen. Ein Argument, dem der große Rest immer weniger folgen mag.

IOC übernimmt Kosten für "Exoten"

Immerhin übernimmt das IOC auch die Reisekosten für Athleten und Betreuer kleinerer Länder, um alle 205 Nationen am Start zu sehen. Für alle Teilnehmer sind Unterkunft und Verpflegung im Olympischen Dorf frei.

Die 28 Sommersport-Federationen kassieren 290 Millionen aus Fernsehgeldern. Den Löwenanteil erhält die Leichtathletik (über 28 Mio.), aber auch Moderner Fünfkampf oder Triathlon sind noch mit 7, 8 Mio. dabei - zum vorerst letzten Mal auch Baseball und Softball, die aus dem Programm 2012 gestrichen sind.

Faszination Olympia ungebrochen

Bis dahin dreht sich die Einnahmesprirale weiter. Das IOC setzt weiter erstaunliche Steigerungsraten durch, weil die Faszination der Spiele bei TV-Sendern, Fernsehzuschauern und Sponsoren ungebrochen ist.

Die TV-Rechte für das Paket Vancouver 2010 und London 2012 werden auf über drei Milliarden steigen, die TOP-Erlöse dann die Milliardengrenze sprengen.

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