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Silvia Neid trainiert seit 2005 die Frauen-Nationalelf © getty

Bundestrainerin Silvia Neid hat nach dem Sieg gegen England ihren 18er-Kader für Peking nominiert. Eine Weltmeisterin von 2007 ist nicht dabei.

Unterhaching - Mit 16 Weltmeisterinnen von 2007 und Spielführerin Birgit Prinz an der Spitze startet die deutsche Nationalmannschaft ihre "Operation Gold".

Bundestrainerin Silvia Neid hat ihren 18-köpfigen Kader für das Olympische Turnier in Peking (6. bis 21. August) nominiert und mit Conny Pohlers und Celia Okoyino da Mbabi nur zwei Spielerinnen berufen, die vor einem Jahr nicht im WM-Team standen.

"Ich bin überzeugt, ein starkes Team in China präsentieren zu können. Wir wollen diesen Titel, unser Ziel ist die Goldmedaille, das ist ganz klar. Deshalb fahren wir da hin", sagte Neid, die ihre Entscheidung nach dem 3:0 (1:0)-Sieg im vorletzten Olympia-Test am Donnerstagabend in Unterhaching gegen England traf.

Neben den Nachwuchs-Torhüterinnen Alisa Vetterlein und Lisa Weiß musste Neid fünf Feldspielerinnen aus ihrem vorläufigen Kader streichen.

Eine Weltmeisterinnen ist nicht dabei

Sie verzichtete auf Navina Omilade, Bianca Rech, Isabell Bachor und Lena Goeßling sowie in der Wolfsburgerin Martina Müller auf eine Weltmeisterin. Die Aussortierten müssen sich für den Fall einer Verletzung auf Abruf bereithalten.

UEFA-Cup-Sieger 1. FFC Frankfurt stellt mit Prinz und fünf weiteren Spielerinnen das Gros des Kaders. Deutschland bekommt es in Peking in einer "Hammergruppe" (Neid) mit Vize-Weltmeister Brasilien (6. August), Nigeria (9.) und Nordkorea (12.) zu tun.

Schwere Entscheidung

Neid betonte, dass ihr die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. "Die Spielerinnen haben in den Lehrgängen voll mitgezogen. Einstellung und Engagement haben bei allen gestimmt", sagte sie.

Wichtigste Kriterien bei der Auswahl waren Fitness und Flexibilität der Spielerinnen. "18 sind absolut zu wenig. Wenn wir Ausfälle haben sollten, ist es wichtig, Spielerinnen dabei zu haben, die auf verschiedenen Positionen spielen können", sagte die DFB-Trainerin.

Vor allem für Omilade und Rech tue es ihr leid, bekannte Neid, "weil ich sie auch schon bei der WM-Nominierung streichen musste".

Rech beendet Karriere

Die 27-jährige Rech hat bereits angekündigt, dass sie ihre Karriere in der Nationalmannschaft wohl beenden wird.

Wie alle anderen Gestrichenen bekam Rech gegen England keine Bewährungschance mehr. Sandra Smisek (15.), Birgit Prinz (55.) und Melanie Behringer (71./Foulelfmeter) stellten mit ihren Toren einen souveränen Sieg sicher.

"Ich bin sehr zufrieden mit unserem Spiel", sagte Neid nach der Partie, in der Renate Lingor nach ihrer Schulter-Operation ein gelungenes Comeback feierte.

Starke Renate Lingor

"Sie hat sehr gut gespielt, die Defensive gut organisiert und dem Spiel nach vorne viele Impulse gegeben", lobte Neid.

Lingor war "zufrieden" mit ihrer Rückkehr nach vier Monaten Länderspielpause, und ergänzte: "Jetzt freuen wir uns alle auf Peking. Da wollen wir wieder ganz oben stehen."

Die Generalprobe für Peking steht am 23. Juli in Sandefjord gegen Norwegen an, am 30. Juli fliegen Prinz und Co. nach Shenyang, wo die ersten beiden Gruppenspiele stattfinden.

Der Olympia-Kader des DFB im Überblick:

Tor: Nadine Angerer (Djurgardens IF), Ursula Holl (SC 07 Bad Neuenahr)

Abwehr: Linda Bresonik, Annike Krahn (beide FCR 2001 Duisburg), Ariane Hingst (Djurgardens IF), Babett Peter (1. FFC Turbine Potsdam), Kerstin Stegemann (SG Wattenscheid 09)

Mittelfeld: Saskia Bartusiak, Kerstin Garefrekes, Renate Lingor (alle 1. FFC Frankfurt), Fatmire Bajramaj, Simone Laudehr (beide FCR 2001 Duisburg), Melanie Behringer (Bayern München), Celia Okoyino da Mbabi (SC 07 Bad Neuenahr)

Angriff: Birgit Prinz, Sandra Smisek, Conny Pohlers (alle 1. FFC Frankfurt), Anja Mittag (1. FFC Turbine Potsdam)

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