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Russlands Tennis-Star Maria Scharapowa posiert mit dem offiziellen Sotschi-Shirt © getty

Massive Probleme beeinträchtigen den Standort für Olympia 2014. Präsident Medwedew entsendet einen Krisenmanager in die Region.

Liberec - IOC-Mitglied Gianfranco Kasper hat vor ernsten Problemen im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi gewarnt.

"Da ist sehr viel Arbeit zu tun. Es gibt auf dem Papier jeden Lichtschalter in den Hotels, aber es sind noch nicht einmal die Straßen dahin gebaut", erklärte Kasper beim Forum Nordicum in Liberec.

Die russischen Gastgeber scheinen sich des Problems allerdings bewusst zu sein.

Präsident entsendet Krisenmanager

Am Dienstag wurde bekannt, dass Präsident Dimitri Medwedew seinen erfahrenen Krisenmanager und engen Vertrauten Dimitri Kosak mit der Aufgabe betraut hat, die Vorbereitungen zu überwachen.

Der 49 Jahre alte bisherige Minister für Regionalentwicklung, der auf der selben Universität studiert hat wie Medwedew, wurde daher in den Rang eines stellvertrendenden Ministerpräsidenten erhoben.

Das teilte der Kreml mit. Kosak war zuvor unter anderem in der Kaukasus-Krise im Einsatz.

Miserable Infrastruktur

Das größte Problem sei es laut Kasper, die nötigen großen Mengen Baumaterial wie Stahl oder Zement in die abgelegene Region am Schwarzen Meer zu bringen.

Als einzige Möglichkeit bleibt der Wasserweg, allerdings können bislang große Schiffe noch nicht in den zu kleinen Hafen einlaufen.

"Die Zeit ist knapp"

"Das wird noch einige Monate dauern, ehe der Hafen für große Schiffe geöffnet wird", meinte der Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS:

"Herr Putin ist ein sehr starker Mann, er kann 100.000 Leute in die Region bringen. Aber für die geplanten Baumaßnahmen wie Eisenbahnen sind zum Beispiel auch geologische Erkundungen notwendig, und die Zeit ist knapp."

Immerhin sei die Beschaffung der nötigen gigantischen Millardensummen in Russland offenbar kein Problem.

Sportstätten müssen verlegt werden

Für Diskussionen in den nächsten Jahren würde auch die Nähe von Sotschi zu der in den russisch-georgischen Konflikt verstrickte Region Abchasien sorgen.

Auch bei der Planung des Sportstättenbaus für Olympia 2014 hatte es diverse Änderungen gegeben.

Nach Bedenken von Naturschützern wird die Bob- und Rodelbahn jetzt an anderer Stelle gebaut.

Auch das Olympische Dorf in den Bergen, die Wettkampfstätten für Freestyle und Snowboard und das Biathlonstadion mussten verlegt werden.

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