vergrößernverkleinern
Pierre de Coubertin gründete 1894 das Internationale Olympische Komitee © imago

Am Anfang stand die Idee eines Mannes, des französischen Barons Pierre de Coubertin: Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit.

Athen - Er war gerade 33, als sich sein Traum mit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen erfüllte.

2008 finden sie erstmals in China statt. Nach wechselvoller Geschichte, aber letztlich immer größerer Ausstrahlung.

Immer wieder war ihr Fortbestand in Gefahr. Die Spiele 1900 und 1904 waren ein Desaster, 1972 wurde vom Terror erschüttert, 1980 und 1984 vom Boykott, 1999 erbebte das IOC durch den Skandal in seinen Festen.

Brundages Motto setzt sich durch

Doch von Avery Brundage 1972 ausgegebene Motto setzte sich immer wieder durch: "The Games Must Go On."

Die olympische Bewegung wurde von zwei großen IOC-Präsidenten geprägt, ihrem Begründer Pierre de Coubertin und ihrem Reformator Juan Antonio Samaranch.

Die Spiele selbst sind voller Namen, die um die Welt gingen: vom ersten Marathonsieger Spiridon Louis bis zum US-Schwimmstar Michael Phelps in Athen.

Athen 1896

Das Panathinaikon-Stadion war an antiker Stätte neu aufgebaut. Über 1500 Jahre nach dem Faustkämpfer Varasdates wurde am 6. April 1896 wieder ein Olympiasieger gekürt:

James Conolly aus Boston im Dreisprung. Die Zuschauerresonanz war riesig, das starke Interesse der Amerikaner verhalf den Spielen zum Durchbruch.

Sie waren fünf Tage alt, als sie ihren ersten Nationalhelden schufen: Spiridon Louis aus einem Dorf nahe Athen gewann den Marathonlauf.

Für die Sieger gab es Silbermedaillen, für die Zweiten Bronze, für Rang drei vielleicht einen Händedruck. Segler und Ruderer waren vergebens angereist, ihre Wettbewerbe fielen der stürmischen See zum Opfer.

Paris 1900

Eigentlich hatte Coubertin die Premiere nicht in Athen feiern wollen, sondern in Paris - das wäre der Anfang vom Ende gewesen. Die Zur ersten Weltausstellung des Jahrhunderts nahm man die Spiele als Kuriositäten mit.

Man konnte auch vom 162-Tage-Chaos sprechen. Erstmals traten auch Frauen zum Golf und Tennis an. Ein Frevel, der den alten Griechen den Schlaf geraubt hätte. Coubertin wehrte sich vergeblich.

Ray Ewry gewann im Hoch-, Weit- und Dreisprung aus dem Stand. Mit acht Olympiasiegen trat er 1908 ab. In vielen Statistiken führt er sogar die "ewige Rangliste" mit zehnmal Gold an; aber das IOC hat die Zwischen-Spiele 1906 in Athen nie anerkannt.

St. Louis 1904

Schlimmer als in Paris konnte es nicht mehr kommen, meinten die meisten - ehe sie St. Louis erlebten, Schauplatz der nächsten Weltausstellungs-Spiele. Der einzige Trost: diesmal dauerten sie nur 146 Tage.

Zahlreiche Wettbewerbe waren eine reine US-Angelegenheit, man strich die Ergebnisse später wieder aus den Listen.

Zum ersten und glücklicherweise einzigen Mal stand auch Taubenschießen auf dem Programm. Nicht Tontaubenschießen. Der Sieger erlegte 21 Vögel.

Trotzdem machten sich die PR-Profis im Mittleren Westen um Olympia verdient: Sie führten Medaillen in Gold-Silber-Bronze für die ersten Drei ein. Das wurde nun zur Regel.

Athen 1906

Athen lud zur Zehn-Jahresfeier der ersten Spiele. Für Coubertin war dies ein Bastard, der nie vom IOC als legitim anerkannt worden ist. Doch wie manchmal im richtigen Leben hatte das ungeliebte Kind höhere Qualitäten als der reinblütige Nachwuchs.

Erstmals gab es den Einmarsch der Nationen. Nach den Debakeln 1900 und 1904 schöpfte die olympische Familie in Abwesenheit des Gründervaters wieder Mut.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel