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Siegerehrung 1924: Baron Pierre de Coubertin (links) schreitet zur Tat © getty

Am Anfang stand die Idee eines Mannes, des französischen Barons Pierre de Coubertin. Ein Blick auf die Spiele von 1908 bis 1912.

Athen - Er war gerade 33, als sich sein Traum mit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen erfüllte.

2008 finden sie erstmals in China statt. Nach wechselvoller Geschichte, aber letztlich immer größerer Ausstrahlung.

London 1908

Die ersten modernen Spiele. In sportlicher Organisation machte niemand den Briten etwas vor. Ihr Fairplay allerdings ließ zu wünschen übrig. Der Engländer Wyndbam Halswelle wurde über 400 m im Alleingang Sieger, weil die Konkurrenz geschlossen das Finale boykottierte, um gegen die Kampfrichter zu protestieren.

Der Marathon erlebte das erste olympische Drama, das im Foto um die Welt ging. Der Italiener Dorando Pietri wurde mit Hilfe der Kampfrichter über die Zielinie getragen, als Sieger gefeiert und anschließend wegen "unerlaubter Hilfestellung" disqualifiziert. Werbung

Der Eiskunstlauf feierte Premiere. Und erstmals sprach Coubertin die schönen Worte: "Die Teilnahme ist wichtiger als der Sieg."

Stockholm 1912

Jim Thorpe, ein Indianer aus Oklahama, war im Zehnkampf so überlegen, dass ihn Schwedens König zum "größten Athleten der Welt" ausrief. Ein Jahr später wurde er disqualifiziert. Der arme Junge hatte einst beim Baseball ein paar Dollar kassiert.

Er starb 1953 und wurde erst 1982 wieder zum Olympiasieger ernannt.

Durch die Teilnahme Japans waren erstmals alle fünf Kontinente am Start. Die Frauen eroberten ihren Platz in der ersten olympischen Kernsportart, dem Schwimmen. Seine Premiere erlebte der Moderne Fünfkampf, eine Erfindung von Couberin in Anlehnung an die Antike, um den "vollkommenen Athleten" zu küren.

Antwerpen 1920

Nach acht Jahren Unterbrechung durch den I. Weltkrieg waren die Deutschen und ihre Verbündeten nicht dabei, als erstmals die Flagge mit den fünf Ringen über dem Stadion wehte, die seither von jedem Ausrichter an den nächsten weitergegeben wird. Coubertin hatte sie selbst entworfen.

Mit dreimal Gold gab der Mann sein Olympiadebüt, der "Finnland auf die Landkarte lief", wie Amerikas Presse schrieb: Paavo Nurmi. Die Französin Suzanne Lenglen siegte im Damentennis - einige nannten sie die "Göttliche", andere reichlich hysterisch.

Zum Eislaufen kam erstmals auch Eishockey; beides letztmals bei Sommerspielen.

Paris 1924

Coubertins letzte Spiele als IOC-Präsident (1897 bis 1925), und endlich konnte er stolz auf seine Landsleute sein. Die Schmach von 1900 wurde glänzend getilgt. Deutschland blieb ausgeschlossen.

Zwei große Sportler standen im Mittelpunkt: Johnny Weissmuller, der spätere "Tarzan", der als erster die Minuten-Grenze im Wasser unterboten hatte, gewann dreimal Gold (und Bronze im Wasserball).

Paavo Nurmi lief zu vier weiteren Siegen, darunter in der berühmten Hitzeschlacht im 10.000-m-Cross. 23 der 38 Starter gaben auf, das IOC strich danach diese Disziplin. Einige Monate hatte Chamonix die I. Winterspiele erlebt.

Erst nach Coubertins Abgang wurden sie 1925 nachträglich vom IOC offiziell anerkannt.

Amsterdam 1928

Premieren: Erstmals wurde das olympische Feuer im Stadion entzündet, wurden die Sieger mit Flaggen und Nationalhymnen geehrt, waren die Frauen zum Turnen und in der Leichtathletik zugelassen.

Über 800 Meter gewann die deutsche Meisterin Lina Radke. Doch weil sich viele dabei übernahmen, wurde die lange Distanz erst 1960 wieder ins Programm genommen.

Populärste deutsche Siegerin war Florettfechterin Helene Mayer, die erst 17-jährige "blonde He". 1936 durfte die Jüdin nochmals Silber für Deutschland holen.

Johnny Weissmuller, Liebling der Frauen, verabschiedete sich mit zweimal Gold als "Tarzan" nach Hollywood. Paavo Nurmi gewann sein neuntes - und letztes - Gold.

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