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Chris Kaman spielt in der NBA bei den Los Angeles Clippers © getty

Die deutschen Basketballer bezwingen im ersten Vorrundenspiel Angola. Kaman und Nowitzki holen zusammen 47 Punkte.

Peking - Die schlafenden Riesen hatten sich schon um 6.00 Uhr morgens aus dem Bett gequält.

Doch nach einer Joggingrunde mit den Teamkollegen durch das olympische Dorf waren Dirk Nowitzki und Chris Kaman bei ihrer gemeinsamen Olympia-Premiere zur ungewohnten Spielzeit am Sonntagvormittag hellwach und topfit.

Die Show des NBA-Duos beim 95:66 (54:34) über Afrikameister Angola zum Auftakt des olympischen Turniers begeisterte nicht nur die 12.000 Zuschauer in der supermodernen Basektball-Arena in Peking.

"Das war überragend, einfach super. Vor allem, was Chris unter den Körben veranstaltet hat", schwärmte Bundestrainer Dirk Bauermann.

Blindes Verständnis

Erst unmittelbar vor dem Qualifikationsturnier Mitte Juli in Athen eingebürgert, stellte der Center von den Los Angeles Clippers schon im ersten Viertel die Zeichen auf Sieg. Speziell das beinahe traumwandlerisch sichere Verständnis mit Nowitzki verbreitete viel Optmimismus für das zweite Vorrundenspiel.

Dann trifft die DBB-Auswahl auf Vizeweltmeister Griechenland, der in der Neuauflage des WM-Finales von 2006 mit 66: 81 gegen Medaillenaspirant Spanien verlor.

Am Ende eines gelungenen Auftritts der deutschen Korbjäger standen für Nowitzki 24 und Kaman 23 Punkte in der Statistik.

"Weil Chris so super gearbeitet hat, hatte wir dadurch alle einen Vorteil. Und dann haben wir auch von draußen gut getroffen. Wir haben super gespielt", sagte ein völlig entspannter Nowitzki.

Kaman will mehr

Auch NBA-Kollege Kaman schien Olympia, die Kulisse in der Halle und seine bisher beste Leistung im Nationalteam in seinem siebten Länderspiel in vollen Zügen zu genießen.

"Es hat gut geklappt. So langsam bekommen ich das Gefühl für Dirks Spiel und umgekehrt. Dirk und ich haben viel Druck von den anderen genommen", sagte der 26-Jährige. Mit dem Erreichen des Virtelfinales will er sich ganz offensichtlich nicht mehr zufrieden geben.

"Jetzt wollen wir die Griechen schlagen und dann schauen wir mal, was passiert."

Aggressive Verteidigung

Bauermann weiß um die Qualitäten seines Teams, das "mit Disziplin und einer aggressiven Verteidigung" auch gegen Angola den Grundstein zum Sieg legte.

Gegen die Afrikaner, die das DBB-Team bei der WM 2006 in Japan erst nach drei Verlängerungen bezwingen konnte, war die Begegnung zur Halbzeit vorentschieden.

Am Ende verfolgte Nowitzki, noch vor zwei Tagen Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier und von den chinesischen Zuschauern mit Ovationen empfangen, das Spiel in völlig relaxt von der Bank aus.

"Einstand nach Maß"

"Das war ein Einstand nach Maß, gegen die Griechen müssen wir jedoch noch einen Gang zulegen.

Aber diesen Sieg widmet die Mannschaft erst einmal Ademola Okulaja", sagte DBB-"Vize" Wolfgang Hilgert in Erinnerung an den 32 Jahre alten Nationalspieler, dessen Träume von Olympia ein kurz vor der Qualifikationsrunde Mitte Juli entdeckter Tumor an der Wirbelsäule zunichte machte.

Nowitzki schwärmt

Nowitzki indes hört nicht auf, von der "einmaligen Athmosphäre bei Olympia" zu schwärmen.

"Es ist doch ganz ein anderes Gefühl bei der größten Sportveranstaltung der Welt dabei zu sein", meinte der vielfache Basketball-Millionär von den Dallas Mavericks.

Nur an die für Basketballer ungewöhnlichen Spielzeiten am Morgen wird sich der 30-Jährige in Peking wohl nicht mehr gewöhnen. Mit Blick auf das dritte Gruppenspiel am Donnerstag gegen Weltmeister Spanien meinte der gebürtige Würzburger: "Um 9.00 Uhr morgens habe ich zuletzt allenfalls bei einem U20-Turnier um Platz 25 gespielt."

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