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NBA-Star Dirk Nowitzki trägt die deutsche Fahne ins Stadion © imago

Die chinesischen Zeitungen beweihräuchern sich nach der Eröffnungsfeier selbst. Die internationalen Medien sind kritischer. Die Pressestimmen:

Peking - Die chinesische Presse beweihräuchert sich nach der Eröffnungsfeier im "Vogelnest" selbst.

Die Stimmen zu dem gigantischen Spektakel sind geteilt.

Die ausländischen Medien bewerten die Veranstaltung zwischen "gigantisch" und "speiender Vergötterung" des Nationalstolzes und vergleichen die Show mit Berlin 1936.

Die Pressestimmen:

CHINA

"People's Daily": "Als die strahlende Olympische Flamme die Nacht über dem Vogelnest erleuchtete, sah die Welt nicht nur ein modernes China mit 5000-jähriger Geschichte, sondern ein selbstbewusstes, starkes und weises China. Diese außergewöhnliche Nacht in Peking wird zu einem wichtigen Kapitel in der Geschichte der zivilisierten Welt werden."

"Beijing Times": "Der Stolz Pekings ist, dass wir unsere Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft, erfolgreiche Spiele zu ermöglichen, erfüllt haben. Wir sind aber auch stolz auf Peking, das die Erwartungen von 1,3 Milliarden Chinesen nicht enttäuscht hat."

"First Newspaper": "Der Jahrhunderttraum von Olympia ist auch der Traum von einem starken China. Beides ist Realität geworden."

USA

"New York Times": "Die Eröffnungsfeier gab der Kommunistischen Partei die größtmögliche, ununterbrochene und ungefilterte Chance, ein gewaltiges weltweites Publikum zu erreichen. Eine olympische Eröffnungsfeier ist eine Propaganda-Übung. Die Blockbuster-Show am Freitagabend demonstrierte die große PR-Herausforderung, die vor der Kommunistischen Partei liegt, wenn China immer reicher und stärker wird. Die Partei möchte den Nationalstolz fördern, seine eigene Legitimation abpolstern und zugleich der Welt zeigen, dass von Chinas Aufstieg keine Gefahr ausgeht."

"Washington Post": "Keine Demokratie könnte oder sollte das Geld und die Manpower investieren, die in diese Feuerwerk speiende Vergötterung des Nationalstolzes sowie die Selbstbeweihräucherung der Kommunistischen Partei geflossen sind."

AUSTRALIEN

"Sydney Morning Herald": "Angesichts der starken Präsenz der Armee-Offiziere während der gesamten Prozedur kann man sich schon fragen, was genau die Gastgeber der internationalen Gemeinschaft vermitteln wollten."

FRANKREICH

"L'Equipe": "Gelandet auf dem Planeten Olympia. Die Eröffnungsfeier im fabelhaften 'Vogelnest' hat ihre Versprechungen gehalten. Ein audivisuelles Spektakel und eine grandiose Lichtshow, gekrönt von der spektakulären Entzündung des Feuers. Die Sommerspiele haben gut begonnen in einem Land, in dem manche Freiheiten nicht existieren."

"Le Monde": "Der chinesische Regisseur Zhang Yimou dirigiert eine Zeremonie von einmaliger Größe, die Milliarden Zuschauer auf der ganzen Welt im Griff gehalten hat."

ENGLAND

"The Sun": "Für die fabelhafteste Show in der Geschichte der Spiele hat China an nichts gespart. Die vier Stunden lange Eröffnungszeremonie hat das Beste an chinesischer Kultur, Technologie und Einfallsreichtum geboten."

"The Guardian": "Die Zeremonie, die die Olympischen Spiele eröffnet hat, übertraf alle vorherigen in Zahlen, Farben, Lautstärke und Kosten und demonstrierte der Welt, dass das neue China seine Präsenz zeigen will."

"Daily Telegraph": "China marschiert auf die Weltbühne. Es hat den Führern der Welt im Stadion und Milliarden vor den Bildschirmen seine Muskeln gezeigt. Ein olympisches Ideal, die Trennung von Sport und Politik, starb in dieser chinesischen Nacht. Das war eine choreographierte Demonstration der Macht."

"Daily Mail": "Hollywood wird die Eröffnungsfeier jahrelang studieren, um hinter die chinesischen Tricks zu kommen. Das Zeitalter chinesischer Macht ist mit einem faszinierenden, futuristischen Auftakt angebrochen. Zu sagen, diese Spiele seien ein Meilenstein der Weltpolitik, war kein leeres Gerede."

ITALIEN

"La Repubblica": "Fantastisch - zu fantastisch."

"Corriere della Sera": "China beginnt endlich zu zeigen, wovon das Land in den letzten sieben Jahren geträumt hat."

"Gazzetta dello Sport": "Die Eröffnungsfeier zeigt die stolze Perfektion eines Landes, das schneller als der Rest der Welt wächst und es auch zeigen will."

"La Stampa": "Mit dieser Eröffnung zerschneidet der Regisseur und künstlerische Direktor der Veranstaltung, Zhang Yimou, die Nabelschnur, die das Land mit den letzten 100 Jahren seiner Geschichte verband."

SPANIEN

"Marca": "Die größte Veranstaltung der olympischen Geschichte. China präsentiert der Welt eine spektakuläre Eröffnungszeremonie, einen Triumph von Lichtern, Klängen und Farben. Eine Choreographie, wie man sie noch nie gesehen hat."

"El Mundo": "China bietet eine beispiellose Mischung aus Kunst, Fantasie und Technologie von fast beängstigender Perfektion."

SCHWEIZ

"Neue Zürcher Zeitung": "Einen derartig überwältigenden Einsatz des Menschen in der Masse hatte man seit Leni Riefenstahl 1936 in Berlin nicht mehr gesehen - und jene Choreografie dürfte in Peking um den Faktor 100 übertroffen worden sein. Bei aller optischen Schönheit hinterlässt das Untergehen des Individuums in der Masse ein höchst ungutes Gefühl.

ÖSTERREICH

"Kurier": "Pompöse Perfektion: Die Symbolik der Eröffnung war weitgehend (und wenig überraschend) auf einer faszinierenden Beherrschung der Massen, auf Dominanz, Stärke, die Betonung der Geschichte des Landes und auf Lebensfreude in ihren grellsten Farben aufgebaut."

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