vergrößernverkleinern
Ehre für Deutschland: Ditte Kotzian und Heike Fischer holten im Synchronspringen Bronze © getty

Am zweiten Wettkampftag scheint für die Deutschen der Knoten geplatzt zu sein. Ditte Kotzian und Heike Fischer angeln sich Bronze.

Peking - Hand in Hand und mit einem strahlenden Lächeln stiegen die Synchronspringerinnen Ditte Kotzian und Heike Fischer aufs Podest.

"Es ist einfach traumhaft", sagte Fischer nach der ersten Medaille für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Peking.

Stolz zeigte sie immer wieder ihre Bronze-Plakette und genoss den Moment zusammen mit Kotzian in vollen Zügen.

Im Gegensatz zu den verkrampft auftretenden Schwimmern hatten die Vize-Weltmeisterinnen auf eine Lockerheit gesetzt, die sie zum Sprung auf Platz drei beflügelte. "Ich wollte einfach nur rausgehen und Spaß haben - und den haben wir gehabt", sagte Kotzian mit einem Dauergrinsen.

Und Fischer gab zu: "Die Freude von Ditte war ansteckend, da ist der Funke dann übergesprungen."

Unverkrampft zum dritten Rang

Kotzian und Fischer verkrampften auch nicht vor dem letzten Sprung, als sie punktgleich mit dem US-Paar Ariel Rittenhouse/Kelci Bryant lagen.

Mit einem zweieinhalbfachen Auerbachsalto machten sie im "Wasser-Würfel" mit 318,90 Punkten ihre erste Olympia-Medaille vor dem chinesischen Weltmeister-Duo Wu Minxia/Guo Jingjing (343,5) und den Europameistern Julia Pachalina/Anastasia Posdnjakowa (323,61) perfekt.

Bei den deutschen Wasserspringern waren die Erleichterung und Freude spürbar. "Dieses Bronze ist für uns Gold wert", sagte Werner Alt, Fachsparten-Vorsitzender des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV).

Bundestrainer Buschkow ist glücklich

Und Bundestrainer Lutz Buschkow meinte glücklich: "Ganz Deutschland hat auf die erste Medaille gewartet." Jetzt hofft er, dass es der Randsportart "einen Kick" geben wird.

Für Kotzian und Fischer ging es im Anschluss ins Deutsche Haus. Gefeiert wurde allerdings nicht völlig ausgelassen, da Kotzian am Sonntag im Einzel 3-m-Brett an den Start geht. Ob das nach dem Erfolg der letzte internationale Auftritt für die 29 Jahre alte Berlinerin sein wird, ist noch unklar.

"Darüber müssen wir uns nochmal unterhalten", sagte Fischer.

"Situation brillant gelöst"

Buschkow lobte die Nervenstärke des Duos: "Sie durften beim letzten Sprung nicht den kleinsten Fehler machen. Diese Situation haben sie brillant gelöst."

Damit haben die Wasserspringer nach der ersten von insgesamt acht Entscheidungen die Olympia-Ausbeute von Athen erreicht.

Vor vier Jahren hatten Andreas Wels/Tobias Schellenberg (Halle/Berlin) mit Silber im Sychronspringen vom Brett für das einzige Edelmetall gesorgt. Für Peking hat sich das Team zwei Medaillen vorgenommen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel