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Renate Lingor (l.) hatte keinen leichten Stand gegen Formiga © getty

Deutschlands "Golden Girls" sind nach durchschnittlicher Leistung mit einem Remis in das olympische Fußballturnier gestartet.

Von Michael Schwartz

Shenyang/München - Am Mittwoch trennte sich die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid in einer Neuauflage des WM-Finals von 2007 von Brasilien 0:0.

Beide Mannschaften hatten ausreichend Chancen, die Partie frühzeitig für sich zu entscheiden.

In der Schlussphase war es immer wieder Deutschlands Torfrau Nadine Angerer, die das Remis festhielt.

"Insgesamt können wir zufrieden mit dem Ergebnis sein. Vor allen Dingen mit dem Abwehrverhalten", sagte Neid.

Zweiter Gegner des Welt- und Europameisters in der Vorrundengruppe F ist am Samstag Nigeria. Zum Abschluss der Vorrunde kommt es am 12. August zum Duell gegen Nordkorea.

Angerer muss nachfassen

Die Bedingungen in Shenyang waren alles andere als optimal. Der Boden war tief, holprig. Beide Mannschaften hatten damit ihre liebe Mühe.

Deutschlands Torfrau Nadine Angerer musste nach einer Hereingabe von Cristiane zweimal zupacken, ehe sie den Ball unter Kontrolle hatte (4.).

Auf der anderen Seite versprang den deutschen Angreiferinnen der Ball das ein ums andere Mal bei vielversprechenden Aktionen.

Cristiane verpasst knapp

Vor 15.000 Zuschauern entwickelte sich eine tempoarme Begegnung. Die DFB-Auswahl spielte abwartend, zog sich weit zurück und ließ die Südamerikanerinnen kommen.

Die ließen sich nicht zweimal bitten. Der weiblichen "Selecao" war anzumerken, dass sie unbedingt Revanche für die WM-Finalniederlage im vergangenen Jahr wollte.

Vor allem Superstar Marta wirbelte die deutsche Abwehr des Öfteren durcheinander. Eine Flanke der WM-Torschützenkönigin konnte Cristiane jedoch aus kurzer Distanz nicht verwerten (12.).

Smisek-Kopfball auf die Latte

Silvia Neid war unzufrieden. Immer wieder schrie sie Anweisungen Richtung Feld. Ihr Team schien die zu hören.

In der 23. Minute vergab Sandra Smisek die Chance zur Führung. Nach einer hohen Flanke von Melanie Behringer kam die Frankfurterin aus acht Metern frei zum Kopfball, setzte diesen aber auf die Latte.

Die deutsche Mannschaft legte langsam den Respekt ab, bekam die Partie in den Griff.

Behringer versuchte es aus der Distanz (36.), Birgit Prinz vergab aus 14 Metern (41.). Eine deutsche Führung zur Pause wäre verdient gewesen.

DFB-Team immer stärker

Nach Wiederbeginn nahm die Begegnung an Fahrt auf. Die deutsche Mannschaft agierte nun deutlich gefährlicher. Nach einer Ecke köpfte Annike Krahn den Ball rechts vorbei (56.).

Auch Prinz vergab im Anschluss an eine Ecke leichtfertig (60.) und Smisek schob den Ball eine Minute später freistehend rechts vorbei.

Marta vergibt beste Chancen

Brasilien gehörte aber die letzte halbe Stunde. Renata Costa traf per Kopf den Pfosten (62.), Marta schob den Ball nach einem Abpraller nur knapp links am Tor vorbei (69.).

Die Kräfte bei der deutschen Mannschaft schwanden immer mehr, die Ordnung im Mittelfeld ging verloren. Mit Kontern aber blieb das Neid-Team gefährlich.

Die DFB-Elf konnte sich letztlich bei Angerer bedanken, die gegen Marta das Unentschieden rettete (86.).

USA mit Auftaktniederlage

Titelverteidiger USA musste hingegen gegen Norwegen eine bittere Auftaktniederlage hinnehmen. Die US-Girls unterlagen Vize-Europameister Norwegen in der Gruppe G mit 0:2 (0:2).

Die USA wurden durch einen frühen Doppelschlag von Leni Larsen Kaurin (2.) und Melissa Wiik (4.) kalt erwischt und sind nach dem 2: 2 (0:1) zwischen Japan und Neuseeland sogar Gruppenletzter.

Gastgeber startet erfolgreich

Gastgeber China feierte durch ein 2:1 (1:1) im Top-Duell der Gruppe E gegen Schweden dagegen einen gelungenen Start ins Turnier.

Duan Han (72.) führte China zum Sieg. Zuvor hatte Lotta Schelin (38.) die Führung der Gastgeber durch Xu Yuan (6.) ausgeglichen. Im zweiten Spiel der Gruppe E gewann Kanada gegen Argentinien ebenfalls 2:1 (1:0).

In der "deutschen Gruppe" F gewann Nordkorea 1:0 (1:0) gegen Nigeria.

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