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Fabian Hambüchen feiert seinen achten Titel bei Deutschen Mehrkampfmeisterschaften
Fabian Hambüchen war 2004 der jüngste männliche Teilnehmer © getty

"Turnfloh" Fabian Hambüchen will es allen zeigen. Nach grandiosen Leistungen hat sich der Wetzlarer für fünf Finals qualifiziert.

Peking ? "Give me five" - passend zu seinen fünf Final-Qualifikationen klatschte Fabian Hambüchen nach seiner letzten Übung an den Ringen seine Turnkollegen ab, blies die Backen auf wie ein Posaunenengel und ließ sich sichtlich erschöpft auf einen Stuhl fallen.

"Das war diesmal alles andere als locker und leicht, auch am Reck nicht", ächzte Deutschlands Ausnahmeturner und sog gierig die eiskalt klimatisierte Luft im National Indoor Stadium von Peking ein.

Bei seinem Olympia-Auftakt in Peking hatte den sonst so coolen Reck-Weltmeister die Nervosität gepackt, so schlimm wie noch nie.

Hambüchens Kampfkür

Und schon wurde aus seiner als lockerer Aufgalopp geplanten Übung am "Königsgerät" eine Kampfkür, in der Deutschlands "Sportler des Jahres" um das Weiterkommen ringen musste.

"Manchmal war es ganz schön knapp, aber nun bin ich sehr erleichtert."

Turnfloh auf Medaillen-Jagd

Durfte der Turnstar von der TSG Niedergirmes auch sein, denn neben dem letztlich schon fest eingeplanten Endkampf am Reck kann Hambüchen auch noch im Mehrkampf, am Boden, am Barren und natürlich bereits am Dienstag (10 Uhr/04 Uhr MESZ) im Mannschafts-Finale auf die Jagd nach Medaillen gehen.

Da war auch der verpatzte Abgang vom Seitpferd schnell vergessen: "Das Pferd werde ich wohl immer hassen."

Beginn mit Barren und Boden

Die Endkämpfe am Boden und am Barren sind mehr der Aufgalopp für den Showdown am Reck, auf den Hambüchen allerdings noch mehr als eine Woche warten muss.

Bis dahin stehen neben täglichen Trainingseinheiten in der Halle auch Übungen mit Mentalcoach und Onkel Bruno Hambüchen auf dem Tagesplan.

Taktische Spielereien am Reck verbieten sich von selbst, denn der Topfavorit muss laut Auslosung gleich als erster Athlet an die Stange, was er nicht als Nachteil empfindet: "Volle Kanne turnen muss ich sowieso."

Turnstar macht es sich nicht einfach

Von der Schwierigkeit her kann dem Hessen ohnehin keiner das Wasser reichen, entscheidend wird sein, ob er ohne Patzer durch seine Übung kommt.

In der Qualifikation begnügte sich der 20-Jährige aus Sicherheitsgründen noch mit einem Ausgangswert von 7,0 Punkten, im Endkampf sind 7,3 Zähler angepeilt, ein nicht unerhebliches Polster gegenüber der Konkurrenz. Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen ist sich jedenfalls sicher.

"Von der Schwierigkeit her kommt keiner an Fabian heran."

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