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Timo Boll war im Januar 2003 als erster Deutscher die Nummer eins der Weltrangliste © imago

Timo Boll spricht über seine Populäritat im Gastgeberland und die Chancen auf eine deutsche Medaille im Tischtennis.

Peking - Kurz nachdem Timo Boll gelandet war, herrschte auf dem Flughafen von Peking der Ausnahmezustand. Wie ein Popstar wurde Deutschlands bester Tischtennis-Spieler von den Einheimischen empfangen.

Blitzlichtgewitter, etliche Kamerateams und hunderte Autogrammjäger - Boll ist in China ein Superstar. Er gilt als der einzige Spieler, der den chinesischen Ballkünstlern gefährlich werden kann.

Frage: Die Olympischen Spiele begannen für Sie mit einem tollen Empfang am Flughafen. Haben Sie damit gerechnet?

Timo Boll: Ich war sehr überrascht. Am Anfang war es recht ruhig, doch dann haben sie mich erkannt, und dann ging das Chaos: Das ist natürlich trotzdem ein schönes Gefühl.

Frage: Vor vier Jahren in Athen hatten Sie in der Halle ein paar Probleme wegen der Klimaanlage. Wie ist Ihr erster Eindruck von der Halle in Peking?

Boll: Der ist sehr gut, ich habe gleich 0:2 gegen Christian Süß verloren. Nein, ernsthaft: Wenn ich schlecht spiele, sicherlich nicht wegen der Bedingungen. Ich freue mich, wenn die Halle zum Hexenkessel wird.

Frage: Wie schätzen Sie die Gruppengegner im neu geschaffenen Teamwettbewerb ein?

Boll: Gegen Singapur und Kroatien stehen die Chancen 50:50. Aber wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen, dann siegen wir. Kanada ist ein absoluter Pflichtsieg.

Frage: In China werden eigens Spieler ausgebildet, die Ihre Spielweise imitieren, damit sich die Topstars des Landes auf Sie einstellen. Haben die Chinesen Angst vor Ihnen?

Boll: Sie haben großen Respekt vor mir, doch ich bin nicht der Einzige. Und wenn man dagegenhält, spielen sie gleich eine Klasse schlechter. Doch dazu muss man die Chinesen erstmal bringen.

Frage: Die Europäer haben in der Schlussphase der Vorbereitung selbst ein Turnier organisiert, gegen die Chinesen konnten Sie dabei nicht spielen. Ist das ein Nachteil im Hinblick auf Olmypia?

Boll: Wir haben das Beste aus der Situation gemacht und eine optimale Vorbereitung gehabt. Ich habe das Turnier ja gewonnen, und das hat mein Selbstvertrauen weiter gestärkt. Es war auch sehr wichtig, weiter Wettkampfpraxis zu sammeln.

Frage: Wie stehen die Chance auf eine deutsche Tischtennis-Medaille?

Boll: China ist natürlich der große Favorit, aber alles andere ist offen. Wir müssen alle an unsere Leistungsgrenze gehen. Und wenn es in der Mannschaft mit der Medaille klappt, können wir alle im Einzel befreiter aufspielen.

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