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Der 22-jährige Aachener Sascha Klein (r.) ist Weltranglisten-Erster vom 10-m-Turm © getty

Die deutschen Synchronspringer machen da weiter, wo Kotzian/Fischer aufgehört haben: Vom Zehn-Meter-Turm holt das Duo Edelmetall!

Peking - Erst biss sich die Konkurrenz an ihnen die Zähne aus, dann prüfte Deutschlands Silber-Paar Sascha Klein und Patrick Hausding nach der Siegerehrung erst einmal die Bissfestigkeit seiner Medaillen.

"Ich konnte es erst gar nicht fassen und musste testen, ob die auch echt ist. Aber jetzt weiß ich, dass alles Realität ist", sagte Klein nach dem Sprung ins Glück.

Mit Platz zwei im Synchronspringen vom Turm bescherten die Europameister der deutschen Olympia-Mannschaft die zweite Medaille in Peking nach Bronze durch das Synchron-Duo Ditte Kotzian/Heike Fischer.

Damit haben wenigstens die Wasserspringer ihre Zielvorgabe für die Spiele in Peking erfüllt - schon nach zwei Wettbewerben.

Kampfkraft und Nervenstärke

Für Walter Alt, zuständiger Fachspartenleiter im Deutschen Schwimm-Verband (DSV), Grund genug, auf einen Schub zu hoffen.

"Es wäre schön, wenn unsere Sportart noch etwas mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommt. Das hätten wir verdient."

Der Aachener Klein und der Berliner Hausding, die aufgrund der großen Entfernung ihrer Wohnorte nur etwa alle drei Wochen zusammen trainieren, bewiesen im "Wasserwürfel" Kampfkraft und Nervenstärke.

Von drei auf zwei

"Den vierten Sprung haben wir verpatzt, aber das haben wir zum Glück schnell abgehakt", erklärte Klein: "Vor dem letzten Sprung war es verdammt eng. Wir hatten schon ein bisschen Sorge, dass es nur zu Platz vier reichen würde."

Doch am Ende wurde es sogar Silber, weil die Russen Gleb Galperin und Dimitri Dobroskok schwächelten. Mit 450,52 Punkten verwiesen Klein/Hausding die Vizeweltmeister (445,26) auf Rang drei. Nur den Lokalmatadoren und Weltmeistern Lin Yue und Huo Liang (468,18) mussten sie sich geschlagen geben.

Klein genießt großen Respekt

Die Reihenfolge könnte sich für Klein zum Abschluss der Sprungwettbewerbe am Samstag ändern: Im Einzel vom Turm geht der 22-Jährige als Mitfavorit auf den Olympiasieg an den Start.

Doch Klein, der seit seinem Sieg beim Weltcup im Februar in Peking bei den Chinesen großen Respekt genießt, will sich nicht unter Druck setzen lassen: "Mein Ziel ist es, schöne Sprünge zu zeigen - dann wird man sehen, was dabei herauskommt."

Richtige Vorbereitung

Alt traut seinem Vorzeigeathleten durchaus den ersten Olympiasieg eines deutschen Wasserspringers zu, seit Falk Hoffmann und Martina Jäschke 1980 in Moskau für die DDR gewannen: "Er beherrscht die schwierigste Serie der Welt. Wenn er keine allzu großen Fehler macht, kann er ganz vorne landen."

Dass auf die Wasserspringer in Peking Verlass ist, hat nach Ansicht von Bundestrainer Lutz Buschkow auch mit ihrer Vorbereitung zu tun.

"Unsere Springer haben durch viele Wettkämpfe gelernt, mit der extremen Belastung umzugehen. Dabei haben sie die notwendige Nervenstärke entwickelt".

Dies war auch ein Seitenhieb auf die Schwimmer: Sie sind der Forderung von DSV-Sportdirektor Örjan Madsen, sich rechtzeitig die nötige Wettkampfhärte zu holen, nicht konsequent gefolgt.

In Peking bekommen sie dafür im Moment die Quittung.

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