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Stefan Schumacher wurde 2007 in Stuttgart WM-Dritter © getty

Die Medaillen-Kalkulation wurde im deutschen Radsport-Lager schnell nach unten korrigiert, weitere Aussetzer im olympischen Zeitfahren sind verboten.

Peking - "Eine Medaille ist das Ziel. Ich sehe sowohl bei den Männern als auch den Frauen gute Chancen", fordert Sportdirektor Burckhard Bremer vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) im Kampf gegen die Uhr am Mittwoch von Stefan Schumacher und Co. endlich Erfolgsmeldungen.

Nach den Pleiten zum Auftakt in den Straßenrennen musste der Berliner seine Zielvorgabe senken: "Unsere Ansprüche von fünf Medaillen lassen sich nun schwer in die Realität umsetzen. Wenn wir viermal Edelmetall holen, müssen wir zufrieden sein. Unsere Zielsetzung war aber nach den Vorleistungen angemessen."

Es wäre dringend an der Zeit für einen Podestplatz, ansonsten drohen die Sommerspiele in Peking für die deutschen Pedaleure in einem Desaster zu enden. Denn auf der Bahn - in früheren Jahren immer eine Medaillenbank - dürfte diesmal nicht viel zu holen sein, und ansonsten bleibt nur noch Sabine Spitz im Mountainbike.

Eineinhalb Minuten vor Cancellara

Als einer der Favoriten geht Stefan Schumacher auf den Parcours über 47, 3 Kilometer, nachdem er in den beiden Zeitfahren bei der Tour de France die Konkurrenz in Grund und Boden gefahren hatte.

"An meiner Zielsetzung hat sich nichts geändert", sagt der WM-Dritte und will die Heimreise unbedingt mit einer Medaille im Gepäck antreten.

Um exakt 9:46 Uhr geht der Schwabe als Vorletzter auf die Strecke, eineinhalb Minuten später startet der Schweizer Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara, der bereits im olympischen Straßenrennen Bronze gewonnen hatte.

"Auf den Leib geschneidert"

"Die Strecke ist Cancellara auf den Leib geschneidert. Er ist für mich der große Favorit", prophezeit der sportliche Leiter Hans-Michael Holczer.

Nach dem schwachen Auftritt von Schumacher im Straßenrennen sicherlich eine realistische Einschätzung. Der Nürtinger hatte am Samstag entkräftet von der Hitze das Rennen vorzeitig beendet.

"Jetzt geht es aber über eine und nicht über sieben Stunden", äußert sich der Gerolsteiner-Profi wieder zuversichtlich.

"Nur" 50 Prozent Luftfeuchtigkeit

Der deutsche Meister Bert Grabsch aus Wittenberg startet als 25. von 39 Fahrern.

Auf Regen dürften Schumacher und Grabsch aber vergeblich hoffen. 30 Grad, dazu eine für Pekinger Verhältnisse geringe Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent sagt der chinesische Wetterdienst voraus.

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