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Isabell Werth konnte mit Bella Rose überzeugen
Isabell Werth will in Peking ihre zweite Einzel-Goldmedaille nach 1996 © imago

Ihr Gefühl ist "ganz gut", die Vorbereitung war perfekt, der Kampf um Gold kann beginnen.

Peking - Dressur-Hoffnungsträgerin Isabell Werth startet am Mittwoch (13.15 Uhr LIVE) bei den olympischen Reiterspielen in Hongkong ihre doppelte Goldmission.

Die Weltmeisterin soll zunächst die Super-Serie der deutschen Mannschaft mit sieben Goldmedaillen in Folge fortsetzen. Dann will sich die 39-Jährige mit Satchmo am 19. August auch noch das zweite Einzel-Gold nach 1996 sichern.

"Die Vorbereitung ist gut verlaufen. Ich habe ein ganz gutes Gefühl", sagt Werth, die bei ihrer Mission nichts dem Zufall überlassen will. Als einzige deutsche Reiterin begleitete die Rheinsbergerin die Olympia-Pferde im Flieger nach China und ist deshalb schon zweieinhalb Wochen vor Ort.

Pferde ständig im Blick

Jeden Tag wird zweimal trainiert, die Ärzte haben die teuren Vierbeiner bei dem extremen Klima ständig im Blick, dennoch wird Werth nicht euphorisch: "Es kann immer schnell etwas passieren."

In den Monaten vor Olympia präsentierte sich Werth in Top-Form. In dem 14 Jahre alten Wallach Satchmo hat sie endlich den Ersatz für ihren legendären Gigolo gefunden, mit dem sie bis zum Jahr 2000 vier olympische Goldmedaillen gewonnen hatte.

Satchmos Durchbruch glückte bei der WM 2006 in Aachen, als er seine Reiterin zweimal zu Gold trug. Nun will das Paar auch bei Olympia triumphieren.

Enormer Druck

Für Werth und Co. ist der Druck vor der Entscheidung am Mittwoch und Donnerstag im Grand Prix um 19.15 Uhr Ortszeit enorm.

Nach Silber in München 1972 kam der Olympiasieger immer aus Deutschland - und dieses Mal sind die Niederländer um Anky van Grunsven besonders stark. Doch das lässt Werth scheinbar kalt: "Ich mache mir darüber keine Gedanken. Sonst denkt man nur noch an das Duell und vergisst andere Dinge."

Doch die deutsche Vorherrschaft ist in Gefahr. Im vergangenen Jahr kassierte der Abonnement-Sieger bei der EM die erste Niederlage bei einem Championat nach mehr als 30 Jahren.

Zuletzt nicht überzeugend

Und in den vergangenen Monaten konnten die deutschen Reiterinnen bis auf Werth nicht überzeugen. Bei der letzten Olympia-Sichtung in Aachen war die niederländische Ersatzreiterin Adelinde Cornelissen stärker als Werths Mannschaftskameradinnen Nadine Capellmann (Würselen) und Heike Kemmer (Winsen).

"Es war immer knapp bei Olympia. Warum sollten wir es dieses Mal nicht wieder schaffen?", sagt die ehemalige Doppel-Weltmeisterin Capellmann. 2000 in Sydney habe man schließlich auch nur mit wenigen Punkten Vorsprung gewonnen.

Capellmann wird in Hongkong den zwölf Jahre alten Wallach Elvis satteln. Team-Olympiasiegerin Kemmer reitet den Hannoveraner Bonaparte. Ersatzreiterin ist Monica Theodorescu mit Whisper.

Durch Modus geschwächt

Geschwächt fühlt sich die deutsche Mannschaft durch den neuen Modus, der nur noch drei und nicht wie bislang vier Paare pro Nation zulässt.

Gerade die Spitzen-Nationen wie Deutschland, die auf mehr als drei international starke Reiter zurückgreifen können, fühlen sich benachteiligt. "Man muss aufpassen, eine Mannschaft ist jetzt schnell geplatzt", sagt Werth.

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