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Alexander Grimm holt sich nach einem Klasselauf die Goldmedaille © getty

Jaaaa! Alexander Grimm hat das erste deutsche Gold der Olympischen Spiele aus dem tosenden Wasser im Shunyi Park gefischt.

Peking - Mit der schwarz-rot-goldenen Fahne um die Schultern paddelte Alexander Grimm ganz ruhig eine Ehrenrunde durch das tosende Wasser, Minuten später sprintete er mit dem ersten deutschen Olympiagold von Peking um den Hals zu den Fans und fiel seinem weinenden Vater in die Arme.

Für den 21-jährigen Augsburger begann nach dem goldenen Wellenritt ein TV-Marathon und eine Riesensause im Deutschen Haus.

"Vom Olympiasieg habe ich schon als Kind geträumt, jetzt hat es gleich bei meiner Premiere geklappt. Das ist einfach der Hammer, dass es auch noch die erste Goldene für Deutschland ist", sagte der Team-Weltmeister.

Vater Wolfgang meinte mit zitternder Stimme: "Ich bin total stolz, er hat sich das wirklich schon immer gewünscht, aber nie zu sagen getraut."

Gute Ausgangsposition

Das ersehnte Gold-Kunststück schaffte der Paddler vom Kanu Schwaben Augsburg im riesigen Shunyi Park vor mehr als 10.000 begeisterten Zuschauern mit einem genialen zweiten Lauf.

Wie entfesselt paddelte er noch vom vierten Platz ganz nach vorn. "Es war eine gute Ausgangsposition, ich musste nicht so viel riskieren", meinte Grimm.

Achteinhalb Minuten musste Grimm nach seiner fulminanten Schlängelfahrt auf die Anzeigetafel starren, dann waren die nach ihm gestarteten Rivalen im Ziel.

1000 Euro, die sich lohnen

Die aufgeregte Gold-Favoritin Jennifer Bongardt konnte endlich die Fahne über das Geländer nach unten reichen. Im heimischen Augsburg knallten bei Mama Paula und der versammelten Verwandtschaft die Sektkorken.

"Erst Bronze, dann Silber und plötzlich Gold - Wahnsinn", meinte Sportsoldat und Maschinenbau-Fernstudent Grimm. Einen besonderen Dank richtete er an seinen extra angereisten Heimtrainer Thomas Apel.

"Der Verein übernimmt die Kosten, diese knapp 1000 Euro haben sich aber wohl bezahlt gemacht", sagte der 35-jährige Apel. Mit seinem Schützling (seit 2001) hatte der Thüringer seit Samstag alle wichtigen Dinge besprechen können, in den Zielbereich mogelte er sich nach dem Wettbewerb zum Gratulieren mit einer geborgten Akkreditierung.

Erste Medaille für Togo

In Lauerstellung gestartet, fand Grimm auf den 280 Metern mit 21 Toren "die richtige Balance". Der Vorsprung auf den Franzosen Fabien Lefevre betrug schließlich deutliche 1,60 Sekunden.

Als Halbzeit-Spitzenreiter Benjamin Boukpeti ins Ziel rauschte, aus Freude über Bronze und die erste olympische Medaille für Togo überhaupt sein Paddel zerbrach, war zugleich der erste Erfolg für die deutschen Wildwasser-Kanuten seit Thomas Schmidt vor acht Jahren ebenfalls im Einerkajak perfekt.

Benzien enttäuscht

Das bekam Canadier Jan Benzien zu spüren, der als Mitfavorit als Zwölfter und Letzter das Finale verpasste.

Der Slowake Michael Martikan gewann nach 1996 zum zweiten Mal Gold und avancierte zum erfolgreichsten Slalomkanuten aller Zeiten.

Bei den Sommerspielen 2000 und 2004 hatte er hinter Tony Estanguet den zweiten Rang belegt. Der Franzose schied diesmal als Neunter aus.

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