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Nicolas Kiefer gewann 2004 in Athen mit Rainer Schüttler Silber im Doppel © getty

Zum Auftakt der Einzelkonkurrenz hat der Deutsche nur mit den äußeren Gegebenheiten Probleme. Rainer Schüttler folgt ihm in Runde zwei.

Peking - Nicolas Kiefer hat beim olympischen Tennisturnier in Peking das Achtelfinale erreicht, Rainer Schüttler ist dagegen in der zweiten Runde ausgeschieden.

Bei seiner 4:6, 2:6-Niederlage gegen den Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic aus Serbien konnte der Korbacher nur im ersten Satz mithalten, nach 1:13 Stunden kam jedoch das erwartete Ende.

Kiefer war da bereits im Olympischen Dorf, um sich von den Strapazen des Mittags zu erholen.

Hitzeschlacht gegen Anderson

In einer Hitzeschlacht über 3:20 Stunden erkämpfte er sich einen 6:4, 6:7 (4:7), 6:4-Erfolg über den Südafrikaner Kevin Anderson und damit den Einzug ins Achtelfinale.

Bei einem Sieg über Paul-Henri Mathieu (Frankreich), der den Russen Nikolaj Dawidenko mit 7:5, 6:3 besiegte, würde der Hannoveraner danach bereits um die Medaillen kämpfen.

Niederlage im Doppel

Jürgen Melzer und Julian Knowle beendeten dann jäh alle Medaillenträume der beiden Deutschen im Doppel.

Das Duo Schüttler/Kiefer, das vor vier Jahren in Athen noch Silber gewonnen hatte, verlor gegen die Österreicher 7:6, 3:6, 1:6.

Ärger hat sich gelohnt

Dass Schüttler sein Startrecht vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS eingeklagt hat, freute Schüttler auch nach dem schnellen Aus.

"Ich bleibe auf jeden Fall bis Samstag hier. Ich bin das dritte Mal bei Olympia und jedes Mal wird es besser. Der ganze Ärger vorher hat sich auf jeden Fall gelohnt", sagte Schüttler.

Kiefer macht Hitze zu schaffen

Kiefer fühlte sich nach seinem Sieg im Einzel "wie ein taumelnder Boxer".

Er fightete in sengender Sonne mit seinem neun Jahre jüngeren Gegner, einem 2,03 Meter langen Schlaks mit druckvoller Vorhand, und vor allem mit den extremen Verhältnissen.

"Das sind hier mit die härtesten Bedingungen, der Hartplatz reflektiert die Hitze noch mehr."

Probleme mit der Hüfte

Gleich nach dem Spiel verschwand er deshalb ins Olympische Dorf, um sich noch einmal von Mannschafts-Physiotherapeut Klaus Eder behandeln zu lassen.

Neben der unmenschlichen Hitze machte Kiefer vor allem die linke Hüfte zu schaffen.

"Ich habe schon in der Woche nicht optimal trainieren können und beim Aufstehen gemerkt, dass es nicht rund läuft", berichtete er und behauptete: "Dafür war es ein ganz gutes Match."

Zweiten Matchball verwandelt

Er hätte es jedoch um einiges einfacher haben können. Beim Stand von 6:5 im zweiten Satz und 1:55 Stunden Spielzeit besaß Kiefer den ersten Matchball.

Der Gegner war bereits ausgespielt, der Ball flog hoch über das Netz, doch er donnerte die einfache Vorhand mit Karacho ins Netz.

"Da ist mir das Herz stehen geblieben", gab Kiefer zu, "aber irgendwie war ich vom spielerischen nicht anwesend, ich habe mich zu sehr auf meinen Körper konzentriert."

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