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Annett Böhm gewann in Athen 2004 die Bronzemedaille © getty

Am Tag nach dem überraschenden Olympiasieg von Ole Bischof erreicht Annett Böhm das Halbfinale, ist dann aber glücklos.

Peking - Statt Gold gab es Tränen: Einen Tag nach dem Olympiasieg von Ole Bischof vergab Judoka Annett Böhm in Peking ihre Chance auf den großen Medaillen-Wurf und belegte am Ende nur Platz fünf.

"Natürlich bin ich total enttäuscht. Ich wollte unbedingt ins Finale, stand so kurz davor und bin plötzlich ungeduldig geworden. Das war ein bitterer Fehler", sagte die Leipzigerin mit Tränen in den Augen.

Annett Böhm verpasste vier Jahre nach der Bronzemedaille in Athen ihre wohl letzte Möglichkeit auf einen großen Titel - durch einen kurzen Anfall von Übermut.

Zu ungeduldig

Klar mit Yuko (mittlere Wertung) in Führung liegend, wollte sie ihre Halbfinalgegnerin Anaysi Hernandez aus Kuba "endgültig werfen, statt ruhig zu bleiben".

Böhm geriet in einen Konter, landete nach einer "großen Innensichel" (Fußtechnik) nach knapp drei Kampfminuten auf der Schulter und war geschlagen.

"Danach war die Spannung weg. Diese Aktion habe ich nicht verdaut", sagte die 28-Jährige.

Niederlage gegen Rousey

Anschließend verlor sie auch noch den Kampf um Bronze gegen Ronda Rousey (USA).

In die 70-kg-Klasse gewann am Ende Masae Ueno die dritte Goldmedaille für Japan gegen Böhms Bezwingerin Hernandez. In der 70-kg-Klasse gewann.

Bei den Männern triumphierte Irakli Tsirekidze (Georgien) in der Klasse bis 90 kg. Michael Pinske (Berlin) schied in der 1. Runde aus.

"Lange Pause war Gift"

Die von Olympiasieger und Mannschaftskollege Bischof übernommene "Schlaf-Taktik" brachte der Diplom-Sportlehrerin Böhm kein Glück.

"Ich habe beim Mittagsschlaf versucht, Kraft zu tanken. Stattdessen bin ich immer nervöser geworden", berichtete sie über die dreistündige Pause zwischen Vorkämpfen und Finals, die für sie zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kam.

"Annett hatte einen Lauf. Die lange Pause war Gift für sie. So bleibt eben Platz fünf, ein Scheiß-Platz", sagte Bundestrainer Norbert Littkopf.

"Alle anfeuern"

In den noch ausstehenden Wettbewerben der Halbschwer- (Donnerstag) und Schwergewichte (Freitag/jeweils ab 6 Uhr MESZ) treten alle vier deutschen Starter mit Medaillen-Hoffnungen auf die Matte.

Annett Böhm will dann "alle anfeuern wie verrückt, und dann versuchen, den Rest der Spiele hier trotzdem zu genießen."

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