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Hanka Kupfernagel trat als Weltmeisterin an - und scheiterte © getty

Zweites Frauen-Rennen, zweite Pleite: Die Misere im deutschen Radsport-Lager hält bei den Olympischen Spielen in Peking an.

Peking - Im Zeitfahren erlebten die hoch gehandelten BDR-Fahrerinnen Hanka Kupfernagel und Judith Arndt ein weiteres Fiasko und belegten die Plätze elf und sechs.

Stattdessen holte sich auf dem 23,5 km langen Parcours an der Chinesischen Mauer die US-Amerikanerin Kristin Armstrong die Goldmedaille, Platz zwei ging an Ex-Weltmeisterin Emma Pooley aus Großbritannien. Die Schweizerin Karin Thürig holte Bronze.

"Ich bin vielleicht zu früh angereist. Die ersten vier Tage ging es mir sehr gut, doch ich habe dann den Wetterumschwung nicht verkraftet. Ich habe alles gegeben, mehr ging nicht. Ich bin ja nunmal keine Maschine, bei der man auf den Knopf und die dann anspringt", sagte Kupfernagel, nachdem sie ihren Tränen der Enttäuschung im Zielbereich freien Lauf gelassen hatte.

Enttäuschungen im Straßenrennen

Damit warten die deutschen Radsportler immer noch auf ihre erste Medaille, nachdem es in den Straßenrennen am Wochenende schon große Enttäuschungen gegeben hatte.

Der Traum von einer ersten Goldmedaille für die deutschen Radfahrerinnen auf der Straße ist somit erneut geplatzt. Seit der Aufnahme in das olympische Programm 1984 hatte es bislang drei Silber- (Arndt, Kupfernagel und Jutta Niehaus) und eine Bronzemedaille (Sandra Schumacher) für Deutschland gegeben.

Bereits zur Halbzeit abgeschlagen

Bei den Männern hatte Jan Ullrich vor acht Jahren in Sydney die letzte Goldmedaille für den BDR auf der Straße geholt.

Arndt konnte ihre Medaillenhoffnungen bereits zur Halbzeit des Rennens beenden. Im historischen Badaling betrug ihr Rückstand nach 10,8 km schon knapp eine Minute auf die führende Pooley.

"Ich habe auf der Abfahrt viel Zeit liegen lassen. Da kann ich einfach nicht mit den Zeitfahrspezialisten mithalten", sagte die Leipzigerin.

Eineinhalb Minuten Rückstand

Als Weltmeisterin war Kupfernagel als Letzte auf die Strecke gangen. In Stuttgart hatte die 34-Jährige die neue Olympiasiegerin Armstrong und die in Deutschland geborene Christiane Soeder aus Österreich auf die Plätze verwiesen.

Auf dem Pekinger Rundkurs war sie absolut chancenlos, kam mit eineinhalb Minuten Rückstand ins Ziel und saß dort zunächst wie ein Häufchen Elend auf dem Asphalt.

Die 49-jährige Französin Jeannie Longo lag als Vierte deutlich vor den deutschen Fahrerinnen.

Deutsche schwach

Im Straßenrennen am Sonntag hatten die deutschen Teilnehmerinnen auf dem gleichen Kurs noch eine herbe Enttäuschung erlebt.

Kupfernagel hatte sich frühzeitig aus dem Feld verabschiedet, bei Trixi Worrack (Dissen) war in der entscheidenden Rennsituation die Kette abgesprungen und Arndt hatte während des Rennens zuviele Kräfte gelassen.

Am Ende stand nur Platz 20 von Worrack zu Buche.

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