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Pascal Hens und Stefan Kretzschmar spielten zusammen in der Nationalmannschaft © getty

Netzathlet Stefan Kretzschmar berichtet für Sport1 von Olympia - nah am Sportler. Diesmal über Pechvogel Pascal Hens.

Liebe Handballfreunde,

das Spiel gegen Island war ein Auf und Ab der Gefühle.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase musste das deutsche Team die Rote Karte von Christian Zeitz verkraften und geriet in Rückstand.

Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kam endlich ein gewisser Spielfluss zustande und die Mannschaft konnte sich zurückkämpfen. Henning Fritz mit starken Reaktionen und ein blendend aufgelegter Michael Kraus sorgten für den Ausgleich, auch Holger Glandorf konnte Akzente setzen.

Dann kam der Schock: die Verletzung von "Pommes" Pascal Hens. Davon konnte sich das Team nicht mehr erholen. Das Spiel war gelaufen.

Eine Niederlage in der Vorrunde ist zu verkraften, hat ja fast schon Tradition bei einer deutschen Mannschaft. Letztes Jahr bei der Weltmeisterschaft gab es die Pleite gegen Polen, und wir haben trotzdem oder gerade deshalb den Titel gewonnen.

Eine Niederlage kann durchaus auch positive Impulse geben: Man wird wachgerüttelt, an den Stellenwert des Turniers erinnert und kann sich neu sammeln. Das ist auch nötig, denn mit Ägypten wartet am Donnerstag ein unangenehmer Gegner.

Frühes Aufstehen

Die Ägypter werden ein harter Brocken, denn sie haben immerhin gegen den amtierenden Europameister Dänemark gepunktet. Ihr Spiel ist unberechenbar, sie können verschiedene Verteidigungssysteme spielen.

Und gerade bei einer defensiv eingestellten ägyptischen Mannschaft fehlt mit Pascal Hens ein hervorragender Distanzschütze.

Dann ist das Spiel auch noch um 9.45 Uhr in der Früh angesetzt, das heißt um 5.30 Uhr aufstehen, um zum Anpfiff richtig wach zu sein.

Das kenn ich noch aus eigenen Zeiten, bei solch' frühen Zeiten ist es schwer, in Tritt zu kommen und Spielfreude zu entwickeln.

Die Voraussetzungen sind also alles andere als optimal, doch warten mit Russland und Dänemark weitere starke Gegner in der Vorrunde, so dass gegen Ägypten ein Sieg Pflicht ist!

Kopf hoch!

Ob man dann Zweiter oder Vierter in der Gruppe wird, ist fast schon nebensächlich. Denn im Viertelfinale gibt es keine Wunschgegner mehr. Mit Kroatien, Spanien oder Frankreich warten absolute Spitzenmannschaften auf ähnlichem Niveau - und in der K.o.-Runde ist alles möglich.

Es wird also entscheidend sein, ob die Jungs mit dem Druck und dem Ausfall von Pascal Hens umgehen können. Neben Videoanalysen und der Aufbereitung des Island-Spiels wird insbesondere mentale Aufbauarbeit zu leisten sein.

Man kann nur hoffen, dass Heiner Brand und auch die erfahrenen Spieler die richtigen Worte finden werden, und die Mannschaft voll konzentriert die nächste Aufgabe in Angriff nehmen wird.

Denn was nun kommen muss, ist eine Trotzreaktion. Für Pommes, für das Selbstbewusstsein, für den Medaillentraum!

Kopf hoch Jungs, jetzt erst recht!

Euer Kretzsche

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Stefan Kretzschmar, Jens Kruppa und Stefan Pfannmoeller, drei amtierende Olympiamedaillengewinner, berichten bei Sport1.de über die Olympischen Spiele - ganz nah am Sportler. Mehr auf www.netzathleten.de ? netzathleten.de ist das Sportler-Netzwerk Nr.1 in Europa.

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