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Lin Miaoke schwebte bei der Eröffnungsfeier durchs "Vogelnest" © imago

Das hübsche Kind wurde nur aus optischen Gründen ausgewählt. Kugelstoß-Europameister Bartels bangt um seine Fitness. Die Olympia-Splitter.

Playback bei Eröffnungsfeier

Der Gesangsauftritt eines kleinen Mädchens im roten Kleid zählte zu den bewegenden Momenten der olympischen Eröffnungsfeier am vergangen Freitag. Nun aber haben die Organisatoren zugegeben, dass Lin Miaoke nur die Lippen bewegte und ausschließlich wegen ihres Aussehens zu ihrem großen Auftritt kam.

Die Stimme gehört der sieben Jahre alten Yang Peiyi: Sie durfte nicht auftreten, weil sie etwas dicklich ist und schiefe Zähne hat.

Die Olympia-Organisatoren gaben am Mittwoch zu, dass die ursprünglich als Sängerin vorgesehene Yang Peiyi nicht hübsch genug ist.

"Der Beschluss wurde von dem künstlerischen Direktor aufgrund einer Empfehlung der TV-Anstalt ergriffen. Sie wollten die schönste Stimme und den besten Auftritt gewährleisten", sagte Wang Wei, Vizepräsident des Organisationskomitees BOCOG.

Playback-Sängerin Lin Miaoke ist in China mittlerweile zur Berühmtheit geworden. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) verteidigte den Austausch.

"Man wollte sicherstellen, dass Lied und Sänger auf der höchsten Ebene standen", sagte Olympia-Direktor Gilbert Felli.

Start von Kugelstoß-Europameister Bartels fraglich

Beim Leichtathletik-Auftakt am Freitag ist der Start von Kugelstoß-Europameister Ralf Bartels fraglich. Der Neubrandenburger WM-Dritte von 2005 erlitt am Montag beim Sprinttraining eine Muskelverletzung an der Wade.

Erst am nächsten Tag hat sich das Problem richtig bemerkbar gemacht. "Die Entscheidung über seine Teilnahme fällt erst kurz vor dem Start", erklärte am Mittwoch Prof. Eike Emrich, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Wenn die Kugelstoßer am Freitag bereits um 09.05 Uhr Ortszeit zur Qualifikation antreten, kann Europacupsieger Peter Sack wieder dabei sein. Der Leipziger hat seine Lendenwirbelblockade laut Emrich überwunden.

200 m Brust ohne Poewe

Schwimmerin Sarah Poewe hat ihre Teilnahme am Vorlauf im olympischen Wettbewerb über die 200 m Brust am Mittwoch abgesagt. Die deutsche Meisterin aus Wuppertal will ihre leichte Bronchitis auskurieren, um ihren Start in der 4x100-m-Lagenstaffel der Frauen am Sonntag nicht zu gefährden.

Die in Kapstadt geborene Poewe hatte über 100 m Brust enttäuscht und war bereits im Vorlauf ausgeschieden.

Olympiasieger Grimm büßt Einzelbett ein

Gold gewonnen, Einzelbett eingebüßt: Nach einer ganz langen Nacht musste Kanuslalom-Olympiasieger Alexander Grimm bereits am frühen Morgen von Sportdirektor Jens Kahl geweckt werden und sein allein genutztes Doppelzimmer für die anreisenden Rennsportkanuten räumen.

Nun teilt sich der 21-jährige Augsburger ein Zimmer mit Canadier Jan Benzien. Insgesamt stehen dem Deutschen Kanu-Verband (DKV) im olympischen Dorf 30 Betten zur Verfügung. Bisher konnten sich die Wildwasser-Paddler ungestört "breitmachen".

Bus des australischen Ruderteams verunglückt

Der Mannschaftsbus des australischen Ruder-Olympiateams mit dem Teamarzt an Bord ist am Mittwoch in einen Unfall verwickelt worden, dabei wurden drei Personen schwer verletzt.

Dies bestätigte ein Sprecher der australischen Ruderer der Nachrichten-Agentur Reuters. Der Bus, der aus dem Olympischen Dorf zur Strecke unterwegs war, kollidierte mit einem Kleintransporter.

In diesem saßen vier Chinesen, von denen drei schwere Verletzungen davontrugen. "Es war eine große Kollision", berichtete Teamarzt David Pembroke, der allerdings betonte, dass in dem Bus niemand Blessuren erlitten habe und sich keine australischen Athleten darin befunden hätten.

O'Reilly erzielt olympisches Rekordtor

Heather O'Reilly hat am Dienstag beim 4:0-Sieg der amerikanischen Fußballerinnen gegen Neuseeland in Shenyang für einen olympischen Rekord gesorgt.

Die 23 Jahre alte Stürmerin schoss nach nur 40 Sekunden das schnellste Tor in der Olympia-Geschichte. O'Reilly war 21 Sekunden schneller als die Norwegerin Leni Larsen Kaurin beim 2:0 gegen die USA am ersten Spieltag.

Vor dem Turnier in China hielt die frühere deutsche Nationalspielerin Pia Wunderlich den Rekord. Sie hatte am 25. Juli 1996 beim 1:1 gegen Brasilien in der vierten Minute getroffen.

Unruhe bei Bulgariens Volleyballern

Die Abreise des bulgarischen Volleyball-Stars Plamen Konstantinow von den Olympischen Spielen in Peking wegen Doping-Verdächtigungen sorgt beim WM-Dritten für Unruhe.

Bei dem 35 Jahre alten Kapitän war ein hoher Testosteronwert festgestellt worden, allerdings lag dieser dennoch im erlaubten Bereich.

Konstantinow will in der Heimat einen neuen Test machen lassen, seine Rückkehr ins Team ist nicht ausgeschlossen.

Er fügte hinzu: "Wir sind im Moment in einer schwierigen Situation, wir haben nur einen Außenangreifer - deshalb sind wir zu einem System gezwungen, welches wir noch nie ausprobiert haben."

Die Personalnot ist so groß, weil zugleich die Außenangreifer Kostadin Stoikow und Todor Aleksijew unter gesundheitlichen Problemen leiden.

Positiver Dopingtest bei Taiwan-Baseballer

Der taiwanesische Baseball-Olympiateilnehmer Chang Tai-Shan ist positiv auf die Einnahme einer verbotenen Substanz getestet worden. Dies gab das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Peking bekannt.

Die Probe war durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) genommen worden. "Die Analyse wurde außerhalb der olympischen Periode vorgenommen", berichtete IOC-Sprecherin Giselle Davies.

Der Name der festgestellten verbotenen Substanz wurde nicht bekanntgegeben. Der Baseball-Verband Taiwans hat inzwischen die Öffnung der B-Probe veranlasst.

Beim Auftaktspiel der Taiwanesen gegen die Niederlande am Mittwoch stand der unter Doping-Verdacht stehende Spieler nicht in der Startformation.

Angeblich habe Chang ein chinesisches Erkältungsmedikament genommen, hieß es von Seiten des Nationalen Olympischen Komitees von Taiwan.

Argentinien mit Olympischen Rekord

Die argentinische Fußball-Nationalmannschaft hat einen Rekord aufgestellt. Das 2:0 (1:0) in Peking gegen Serbien war der neunte Sieg bei Sommerspielen in Folge für die Albiceleste.

Damit übertraf der Olympiasieger von 2004 die bisherige Bestmarke von acht Siegen in Serie, die Uruguay (1924 bis 1928) und Ungarn (1952 und 1960) gehalten hatten. Die letzte Pleite bei Olympia musste Argentinien 1996 in Atlanta beim 2:3 im Endspiel gegen Nigeria hinnehmen.

Sicherheitsmaßnahmen in Pekinger Parks verschärft

Nach der tödlichen Messer-Attacke auf einen US-Touristen am vergangenen Samstag sind die Sicherheitsmaßnahmen in den Parks der Olympia-Stadt Peking verschärft worden.

Die Polizei hat Messer von über acht Zentimeter bei den Eingängen aller größeren Parks beschlagnahmt. Dies meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Zugleich führte Pekings Stadtverwaltung rund um die Uhr Patrouillen in den Parks ein, um mehr Sicherheit zu garantieren. Auch an Bushaltestellen soll es künftig Waffenkontrollen geben.

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