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Jennifer Bongardt wurde 2007 Kajak-Weltmeisterin im Einzel und mit der Mannschaft © getty

Nach dem Olympiasieg von Alex Grimm ist der Druck auf Jennifer Bongardt gewachsen. Am Donnerstag fährt sie um eine Medaille.

Peking - Favoritin Jennifer Bongardt wünscht sich eine "coole gemeinsame Gold-Feier" mit dem neuen Kanu-Helden Alexander Grimm.

"Er war auch auf Platz vier in der Qualifikation - das ist eine gute Position", meinte sie lächelnd: "Aber der Druck ist für mich gestiegen, weil Alex so vorgelegt hat."

Auch die Zweier-Canadier Felix Michel/Sebastian Piersig präsentierten sich als Fünfte in starker Verfassung und träumen am Donnerstag (ab 9.00 Uhr LIVE) von einer Medaille.

Bongardt kann mit der gestiegenen Erwartungshaltung nach eigenen Angaben gut umgehen: "Das hake ich ab." Seit einiger Zeit arbeitet die 25-Jährige extra mit einer Psychologin aus Österreich zusammen.

Traumjob Polizist

Glücklich und locker fühlt sich die Sportsoldatin, denn endlich ist ihre Zukunft nach Olympia geklärt.

Sie erhielt die Zusage für eine Stelle ab September bei der Bundespolizei, muss das geliebte Paddel nicht wie befürchtet für den "Traumjob Polizist" aufgeben.

"Diese Entscheidung wäre mir ganz schwer gefallen und hätte mich hier belastet", sagt die Doppel-Weltmeisterin.

Playboy-Bunny im Rampenlicht

Bongardt sorgt aber nicht nur im Kanu für Schlagzeilen. Auch als Playboy-Bunny mit Brustpiercing steht sie im Rampenlicht.

Die Party mit Grimm ließ sie sausen, weil sie vor ihrer Qualifikation früh zu Bett musste. "Schade, es war sehr emotional für mich - ich habe sogar geweint", sagte sie.

Grimm will seine Trainingsgefährtin im Sprint am Kanalrand begleiten und ebenfalls zum Olympiasieg brüllen. "Ich traue ihr alles zu", sagte der 21-jährige und versprach eine gemeinsame Tour durch Peking.

Bart soll Glück bringen

Auch Felix Michel will die Party mit Grimm nachholen und ist selbstbewusst: "Er muss einen ausgeben, aber vielleicht müssen wir ja auch eine Runde auf unser Abschneiden schmeißen."

Ein wenig abergläubisch ist der 23-jährige Michel auch, seit fast zwei Wochen hat er sich nicht rasiert. "Das hat bei anderen wichtigen Rennen geholfen", sagt er.

Partner Piersig setzt lieber auf mentale Unterstützung. Ehefrau Dana und der zweijährige Sohnemann Elias sind in Peking. Piersig: "Ein schönes Gefühl."

Auf den Geschmack gekommen

Cheftrainer Jürgen Köhler traut beiden Booten einen Coup zu. "Wir sind auf den Geschmack gekommen, hoffen auf weitere Medaillen", sagte der 62-Jährige.

Erstmals seit 1972 in München, als die DDR alle vier Siege feierte, könnte es wieder mehr als einmal Gold für deutsche Wildwasser-Paddler geben.

Olympiasiegerin Elena Kaliska (Slowakei/1. der Qualifikation) und die zweimalige Olympiasiegerin Stepanka Hilgertova (Tschechien/3.) wollen das verhindern.

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