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Fabian Hambüchen (r.) und sein Onkel Bruno Hambüchen (l.) © imago

Die Betreuung bleibt bei Fabian Hambüchen seit jeher in der eigenen Familie. Der Onkel übernimmt dabei eine besondere Rolle.

Peking - Er ist oft nur dabei statt mittendrin, aber für Fabian Hambüchen dennoch unersetzlich.

Für den Reck-Weltmeister ist Onkel Bruno Hambüchen Vertrauens- und Respektperson, Berater und natürlich auch Familienmitglied. Und seit vier Jahren persönlicher Betreuer, wenn es um mentale Stärke und Selbstbewusstsein geht.

Die regelmäßige Zusammenarbeit mit dem gelernten Psychologen aus Krefeld ist aus Sicht von Deutschlands "Sportler des Jahres" ein Glücksfall.

Geheime Absprachen

"Wir spielen Situationen durch, die auftreten können, und besprechen Strategien. Mehr verrate ich nicht, denn nur, wenn es da Geheimnisse gibt, funktioniert das alles auch", sagt der 20-Jährige.

Nicht einmal Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen und Mutter Beate, von Manager Klaus Kärcher ganz zu schweigen, sind eingeweiht, wann, wo und über was Fabian und Bruno miteinander reden.

Hambüchen: "Das ist nur ein Ding zwischen uns beiden." Coach Hambüchen-Senior, mehr ein Mann der Tat und zu Beginn der Zusammenarbeit zwischen Bruder und Sohn nicht völlig von der Notwendigkeit einer solchen Betreuung überzeugt, hat mittlerweile seine Meinung geändert: "Das ist schon eine ziemlich perfekte Nummer."

Kein Lehrer-Schüler-Verhältnis

Je älter und reifer der einstige "Turnfloh" wird, desto gleichberechtigter laufen die Kontakte ab.

"Wer sich ein Lehrer-Schüler-Verhältnis vorstellt, liegt ohnehin nicht richtig", erläutert Bruno Hambüchen. In der Regel sei es so, dass Fabian bei Bedarf den Kontakt suche: "Er kann das selbst am besten einschätzen."

Der Patzer am Reck beim Mannschafts-Finale war für den Ausnahmeathleten kein Grund, Onkel Bruno zu kontaktieren, ein von Außenstehenden als spektakulär empfundener Sturz am Boden beim Podiumstraining in der vergangenen Woche schon gar nicht.

Hambüchen: "In beiden Fällen war das ein kleiner technischer Fehler am Gerät, nichts anderes."

"Druck mache ich mir selbst"

Die Alltagserdung würde der kühne Reckflieger wohl auch ohne die Fürsorge seiner Familie kaum verlieren, nur am Boden und beim Sprung hebt der Hesse von der TSG Niedergirmes im wahrsten Sinne des Wortes ab.

Und nervös machen lässt sich Hambüchen von außen schon gar nicht, was ihn antreibt, ist bestenfalls innere Anspannung: "Wirklichen Druck mache ich mir nur selbst."

Onkel Bruno muss ihn dann nur noch kanalisieren.

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