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Christine Brinker ist amtierende Weltmeisterin im Skeet © getty

Starker Auftritt von Christine Brinker. Im Skeet-Wettbewerb gewinnt die 27-Jährige das 2. Edelmetall für die deutschen Schützen.

Peking - Als Christine Brinker zum bronzenen Happy End der Sportschützen getroffen hatte, wurde hinter den Kulissen richtig scharf geschossen.

Die deutsche Goldhoffnung Sonja Pfeilschifter forderte indirekt sogar die Entlassung von Gewehr-Bundestrainer Claus-Dieter Roth, der die kläglich gescheiterte Paradeschützin zuvor offen attackiert hatte.

Sportdirektor Heiner Gabelmann stärkte dem Coach aber umgehend den Rücken. "Roth bleibt die nächsten Jahre Bundestrainer. Egal, ob mit oder ohne Sonja", sagte er und kritisierte dafür seine Schützin: "Sonja ist der olympischen Belastung nicht gewachsen."

Pfeilschifter war auf Platz 17 erneut kläglich gescheitert.

Regen in Peking

Zufrieden war Gabelmann mit Brinkers Leistung, "die gleich im ersten Anlauf Bronze gewonnen hat".

Die 27-Jährige hüpfte nach dem Medaillengewinn glücklich mit der schwarz-rot-goldenen Fahne durch den Regen, auch wenn ihr letztlich nur eine Scheibe zum goldenen Schuss gefehlt hat.

Es war die zweite Medaille für die deutschen Sportschützen.

Tags zuvor hatte die gebürtige Mongolin Munkhbayar Dorjsuren aus Schweinfurt ebenfalls Bronze mit der Sportpistole geholt.

Arbeit mit Psychologen zahlt sich aus

"Mir ging es die letzten beiden Tage nicht so gut, ich war so aufgeregt", sagte Olympia-Neuling Brinker, immerhin Weltmeisterin in dieser Disziplin.

Dass sie im entscheidenden Moment ruhig geblieben sei, habe sie nicht überrascht: "Ich arbeite seit einiger Zeit mit einem Psychologen zusammen."

Es hätte auch Gold im Skeet sein können, denn die 27-Jährige hatte im Stechen eines Trios die Chance auf den ersten Olympiasieg für die deutschen Wurfscheibenschützen seit Axel Wegners Erfolg vor 20 Jahren.

Als Brinker aber gleich die zweite Scheibe verfehlte, feierte die Italienerin Chiara Cainero ihren Olympiasieg.

"Habe Bronze gewonnen"

Trotzdem schwenkte Bundestrainer Wilhelm Metelmann jubelnd einen Regenschirm und reichte Brinker nach der ersten Olympia-Medaille in seiner Abteilung seit Susanne Kiermayers Silber 1996 in Atlanta die Deutschland-Fahne.

"Ich habe Bronze gewonnen und nicht Gold verloren", meinte Brinker. "Ich wusste vor dem Stechen, dass ich die Medaille sicher habe. Dann waren die beiden anderen halt besser."

Nach diesen Worten küsste sie ihren Freund Tino Wenzel, der am Wochenende um Skeet-Gold bei den Männern kämpft.

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