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Ara Abrahamian mustert ein letztes Mal seine Medaille, dann wirft er sie auf die Matte © getty

Ein Schwede wirft seine Medaille weg, Chinesen zerbrechen am Druck und TV-Kommentator Bela Rethy wird "fitgespritzt". Die Olympia-Splitter:

Peking - Der Druck auf Chinas Athleten bei den Olympischen Spielen ist enorm und sogar die chinesischen Medien warnen vor übertriebenen Erwartungen.

"Wir müssen Selbstvertrauen, Offenheit und Toleranz entwickeln, wie es von einem stark wachsenden Entwicklungsland zu erwarten ist. Ein guter Gastgeber der Olympischen Spiele zu sein, ist viel mehr Wert als nur Goldmedaillen zu sammeln", kommentierte die Tageszeitung "China Youth Daily" am Donnerstag.

Die Debatte über den Druck auf die chinesischen Starter war entfacht worden, nachdem das staatlichen Fernsehen die tränenüberströmte Titelverteidigerin im Luftgewehrschießen, Du Li, zeigte, die auf Platz fünf gelandet war.

"Ich wollte so sehr die nationale Fahne für mich wehen sehen, ich habe aber mein Bestes versucht", sagte die Olympiasiegerin 2004 in Athen, bevor sie tief enttäuscht und mit Tränen in den Augen die Wettkampfstätte verließ.

Tränen auf dem Podium

Auch ihr Kollege Zhua Qinan brach auf dem Podium in Tränen aus, weil er sich im Luftgewehrschießen mit der Silbermedaille begnügen musste. Zhuas Schmerz erschütterte die chinesischen Zuschauer.

"Weine nicht, mein Held!. Du wirst weitere Chancen in der Zukunft haben", wurde ein Blogger von der chinesischen Nachrichtenagentur "Xinhua" zitiert.

"Egal was geschieht, wir werden dich für immer lieben", schrieb ein anderer Fan dem chinesischen Fechter Tan Xue nach seiner Niederlage.

Sport1.de hat weitere Olympia-Splitter zusammengestellt:

Schwede wirft Bronzemedaille weg

Für einen Eklat sorgte bei der Siegerehrung des Ringer-Turniers der Schwede Ara Abrahamian. Der Skandinavier warf seine Bronzemedaille bei der Siegerehrung in der Klasse bis 84 kg im griechisch-römischen Stil weg, weil er sich durch das Kampfgericht im Halbfinale benachteiligt fühlte.

"Diese Medaille bedeutet mir nichts, ich wollte hier Gold holen", wetterte Abrahamian, der in der Vorschlussrunde gegen den späteren Olympiasieger Andrea Minguzzi umstritten verloren hatte.

Erst nach einem Telefonat mit seiner Familie ließ sich Abrahamian zu einem Antreten im Bronzekampf überreden. "Das war mein letzter Kampf. Ich denke, die Teilnahme an diesen Olympischen Spielen war ein Fehler", erklärte Abrahamian.

Zwei Tote bei Unfall

Zwei von vier Schwerverletzten sind nach dem Unfall mit einem offiziellen Mannschaftsbus am Mittwoch in Peking verstorben.

Bei dem Unglück hatten vier Insassen eines Kleintransporters, der mit dem Bus kollidiert war, schwere Verletzungen erlitten. Der Fahrer des Wagens verstieß gegen die Verkehrsregeln.

Im Bus wurden zwei kroatische Athleten sowie ein Trainer leicht verletzt. Sie konnten jedoch schon wenige Stunden später wieder trainieren.

Top-Quoten dank Phelps

Dank Schwimm-Superstar Michael Phelps verzeichnet der US-TV-Gigant NBC weiter Top-Quoten bei den Übertragungen in Peking.

An den ersten drei Wettkampftagen wurden im Schnitt 30,41 Millionen Zuschauer verzeichnet, was einer Steigerung um 26,7 Prozent gegenüber den vergangenen Spielen 2004 in Athen entspricht.

NBC hatte sich die Exklusiv-TV-Rechte für den amerikanischen Markt 588 Millionen Euro (894 Millionen Dollar) kosten lassen.

Es wird mit Einnahmen von 720 Millionen Euro gerechnet. Der Preis für einen 30-sekündigen Werbespot stieg gegenüber Athen 2004 um zehn Prozent auf bis zu 493.000 Euro an.

Schlechte Nachrichten beim DRV

Die schlechten Nachrichten beim Deutschen Ruderverband (DRV) reißen nicht ab. Der DRV musste am Donnerstag den Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann vor dem Halbfinale abmelden, da drei der vier Ruderer an einer bakteriellen Infektion leiden.

Schon am Mittwoch fielen aus dem gleichen Grund zwei Athleten im Vierer ohne Steuermann aus. Das Boot qualifizierte sich trotz zwei Ersatzleuten für den Endlauf.

Chinesische Fußballfans sind sauer

Chinesische Fußballfans sind sauer auf ihre Nationalmannschaft. Nachdem diese am Sonntag 0:2 gegen Belgien verloren hatte, wurden Internet-Foren mit Protesten aufgebrachter Anhänger überflutet.

Die enttäuschten Fans appellierten unter anderem an das Fernsehen, Spiele der Nationalmannschaft nicht mehr zu übertragen.

Sieben Spritzen für Bela Rethy

Reporter Bela Rethy "hatte Rücken". Während der Übertragung des Hockeyspiels zwischen Deutschland und Belgien meldete sich ein alter Bandscheibenvorfall bei dem Fernsehmann.

Rettung brachte Hockeymannschaftsarzt Rainer Koll, der Rethy nicht weniger als sieben Spritzen in den Rücken jagte.

Leichtathletin "legt" Feuer

Frankreichs 100-m-Europarekordlerin Christine Arron setzte nach ihrer Ankunft im Olympischen Dorf beinahe ihr Zimmer in Brand.

Als die Leichtathletin Essen auf den Herd gestellt hatte und nach einer Weile zurückkehrte, bevölkerten Feuerwehrleute ihr Zimmer.

Die anfänglich leichte Wärme des Ofens, von der Arron ausgegangen war, steigerte sich schneller als erwartet. Grund: Die Französin verstand die Bedienungsanleitung nicht. Sie war in Chinesisch.

Olympia-Spruch des Tages

"Mit den Extrawürsten ist's jetzt genug, die letzte ist angebrannt."

Claus-Dieter Roth, Pistolen-Bundestrainer, nach dem erneuten Olympia-Debakel für Sonja Pfeilschifter. Die Weltrekordlerin hatte sich abseits vom Team auf Olympia vorbereitet.

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