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Roger Federer war Fahnenträger der Schweiz in Peking © getty

Roger Federer ist erneut vorzeitig bei Olympischen Spielen ausgeschieden. Diesmal ist im Viertelfinale Schluss.

Peking - Der große Roger Federer wird das olympische Tennisturnier erneut ohne die so heißersehnte Goldmedaille im Einzel verlassen.

Im Viertelfinale, das wegen des Dauerregens am Donnerstag über Peking erst mit dreieinhalbstündiger Verspätung begann, unterlag der Schweizer dem Amerikaner James Blake mit 4:6, 6:7 (2:7).

Die Niederlage machte Federer im bislang schwersten Jahr seiner Karriere sprachlos: Mit hängendem Kopf trottete er zum Netz und war vor lauter Enttäuschung beinahe nicht in der Lage, seinem Bezwinger in die Augen zu sehen.

Nur ein kleiner Trost

Es war Federers vorerst letztes Turnier als Nummer eins der Setzliste. Am kommenden Montag, dem 18. August, wird er von Spaniens Urgewalt Rafael Nadal abgelöst, eine über viereinhalbjährige Ära geht dann zu Ende.

Dass Federer an seinem 27. Geburtstag am 8. August bei der Eröffnungsfeier im "Vogelnest" wie in Athen die Fahne seines Landes hatte tragen dürfen, war sicher nur ein kleiner Trost für die tiefen sportlichen Enttäuschungen der letzten Monate.

Federer lässt Souveränität vermissen

Die sich am Donnerstag in Peking fortsetzten.

Hatte er in den beiden ersten Runden gegen den Russen Dimitri Tursunow und den Tschechen Tomas Berdych, seinen Bezwinger von Athen 2004, noch vergleichsweise stabil gewirkt, so ließ er gegen Blake einmal mehr in diesem Jahr jene Souveränität vermissen, mit der er sich so oft aus scheinbar ausweglosen Situationen befreit hatte.

Vor allem die Vorhand, einst sein Paradeschlag, ließ ihn allzuoft im Stich, phasenweise war sogar die Rückhand effektiver.

Zeit läuft gegen Federer

"Olympia ist für jeden Sportler ein Traum", hatte Federer vor Beginn des Turniers erklärt, "und natürlich will ich Gold gewinnen. Für mich wäre der Olympiasieg so wichtig wie ein Wimbledontitel."

Nun hat er weder das eine noch das andere gewonnen, und die Zeit läuft sicher gegen ihn. Kraftprotz Nadal ist definitiv der beste Spieler in diesem Jahr.

Noch im Doppel dabei

Ob Federer, der in Peking nach seiner Niederlage gegen Blake noch im Doppel mit Stanislas Wawrinka antrat, auf dem Weg zu den US Open in New York rechtzeitig in Tritt kommt, ist fraglich.

Es bleibt wenig Zeit, schon am übernächsten Montag (25. August) beginnt das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres, das Federer zuletzt viermal in Folge gewann. 2007 holte er dort den letzten seiner bis dato zwölf Grand-Slam-Titel.

Ob es zur erneut erfolgreichen Titelverteidigung reicht, ist nach den Ergebnissen der vergangenen Monate und der Enttäuschung von Peking fraglicher denn je.

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