vergrößernverkleinern
Der größte Erfolg der gebürtigen Georgierin Dogonadze ist der Olympiasieg 2004 © imago

Es könnte ihr abschließender Wettkampf sein: Trampolinspringerin Anna Dogonadze hat alles gewonnen, aber auch viele Verletzungen erlebt.

Peking - Die Angst um Eltern und Bruder im heimischen Georgien lässt nach, doch die Sorgen um die eigene Gesundheit bleiben.

Seelisch und körperlich angeschlagen beginnt für Trampolin-Olympiasiegerin Anna Dogonadze am Samstag (11 Uhr/5 Uhr MESZ LIVE) ihr vielleicht letzter großer internationaler Wettkampf.

Denn verletzungsbedingt liefen die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Peking alles andere als rund.

Lange Krankenakte

Drei Bandscheibenvorfälle, Rückenbeschwerden, sogar leichte Herzprobleme - die Krankenakte der 35-Jährigen aus Bad Kreuznach ist länger, als der Ex-Weltmeisterin lieb sein kann.

"Altersschwäche", sagt Dogonadze trocken, die aufgrund dieser Vorgeschichte ihre sportlichen Ziele herunterschrauben muss: "Mein Vorteil ist zwar, dass ich sehr schnell in Form kommen kann. Trotzdem muss ich erstmal sehen, dass ich überhaupt das Finale erreiche."

Stress machen will sich die Mutter einer 13 Jahre alten Tochter namens Mariam auf keinen Fall mehr. "Ich habe keinen Druck, schließlich habe ich schon alles erreicht", bilanziert die Diplom-Sportlehrerin, die ungeachtet körperlicher Defizite national immer noch mit Abstand die beste deutsche Turnerin ist.

Viele Erfolge

Ihre Europa- und Welttitel sind kaum zu zählen, ihre internationale Erfolgsserie begann bereits 1989 mit EM-Mannschaftsgold für die mittlerweile längst nicht mehr existierende Sowjetunion.

Das alles riecht nach Karriereende und klar ist auch schon, dass sich Dogonadze nach Olympia in erster Linie ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau widmen wird, die bis Mai 2009 dauert.

Auch Bundestrainer Michael Kuhn plant erstmal nur bis Peking mit seiner Vorzeigeathletin, Dogonadzes Erfolgsaussichten beurteilt er eher konservativ.

"Vier Monate Trainingspause holt man nicht so einfach auf, die Medaillenfavoriten sind diesmal andere."

China in der Favoritenrolle

Zum Beispiel die gastgebenden Chinesen, die auch Ex-Weltmeister Henrik Stehlik in der Männer-Konkurrenz das Leben schwermachen werden.

Der Olympia-Dritte von Athen hat diesen Medaillengewinn als positive Erinnerung mit in das Reich der Mitte genommen: "Ich glaube, dass es mich persönlich in meiner Vorbereitung gestärkt hat."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel