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Die Baukosten für die Sportarenen verschlingen um die 540 Millionen Euro © getty

Die Winterspiele werden teurer als gedacht für Kanadas Metropole: Die Baukosten laufen völlig aus dem Ruder, die Stadt braucht insgesamt 540 Millionen Euro.

Vancouver - Das klingt wenig vielversprechend für die Winterspiele 2010: Mit einem Eilantrag auf Änderung der Stadtgesetze und einer millionenschweren Anleihe bei der Provinz British Columbia will die Olympiastadt Vancouver ihr Finanzloch von 275 Millionen Euro stopfen.

Der Stadtrat verabschiedete einstimmig einen Antrag, bei einer weiteren Anleihe von der Provinz British Columbia das fällige Referendum umgehen zu dürfen. Dafür müsste die Provinz allerdings ihre Stadtgesetze ändern, die eine Bürgerbefragung zwingend vorschreiben.

"Da es ein Notfall ist und wir Geldmittel benötigen, bitten wir die Behörden, Geld zur Verfügung zu stellen, um das olympische Dorf fertigbauen zu können", sagte Bürgermeister Gregor Robertson.

Einen Baustopp werde es in jedem Fall nicht geben: "Es gibt kein Anzeichen dafür, dass wir nicht im Zeitplan bleiben."

Baukosten nun bei 540 Millionen Euro

Die Finanzierung des olympischen Dorfes ist längst außer Kontrolle geraten, die Baukosten sind um weitere 77 Millionen auf 540 Millionen Euro gestiegen. "Wir müssen jetzt schnell handeln und Stabilität in dieses Projekt bringen", sagte Robertson. Das Athletendorf soll zum 1. November fertig sein.

Die Stadt Vancouver muss seit Oktober die offenen Rechnungen bezahlen, weil die Finanzierungsgesellschaft Fortress ihre Zahlungen an den Bauträger Millenium Developments eingestellt hat.

Der Stadtrat hatte nach einer Kostenexplosion im Juli 2007, damals noch unter Robertsons Vorgänger, eine Fertigstellungsgarantie abgegeben und mit 117 Millionen Euro gebürgt.

Regierung winkt ab

Die kanadische Regierung machte nun bereits deutlich, dass von ihr keine Finanzspritze zu erwarten ist. "Wir werden keine weiteren Geldmittel bereitstellen und keine weiteren Kosten auf uns nehmen", sagte Premierminister Stephen Harper.

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