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Seit 1988 gewann Ludger Beerbaum immer Gold, 2004 wurde es ihm aberkannt © getty

Die deutschen Springreiter haben beim olympischen Reitturnier in Hongkong einen schlechten Auftakt erwischt.

Hongkong - Nach dem deutschen Goldrausch in Hongkong sorgten ausgerechnet die Springreiter für Katerstimmung.

Kein einziger Starter des deutschen Quartetts legte in der ersten Qualifikation der Einzelwertung einen fehlerfreien Ritt hin.

Sogar der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) konnte nicht überzeugen und sammelte mit seinem neun Jahre alten Wallach "All Inclusive" zehn Fehlerpunkte an.

"Wir sind es lässig angegangen, vielleicht zu lässig", sagte Beerbaum, der dennoch optimistisch ist: "Wir können uns sicher noch steigern."

Zu viele Abwürfe

Zuvor hatten die Vielseitigkeitsreiter und die Dressur-Equipe bei den olympischen Reiterspielen alle drei Goldmedaillen abgeräumt.

Top-Favoritin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit dem 15 Jahre alten Wallach "Shutterfly" und Ex-Europameister Marco Kutscher (Hörstel) mit seinem neun Jahre alten "Cornet Obolenski" leisteten sich sechs Fehler.

Christian Ahlmann (Marl) mit dem 15 Jahre alten "Cöster" hatte sogar zehn Fehlerpunkte.

"Shutterfly hat sich gut gefühlt"

"Das war noch nicht so wichtig im Kampf um die Medaillen. Deshalb haben wir vorher den Druck etwas rausgenommen. Shutterfly hat sich gut angefühlt", meinte Michaels-Beerbaum.

Sie hatte nach eigenem Bekunden vor ihrer Olympia-Premiere "Schmetterlinge im Bauch", weil sie als erste Frau in einer deutschen Olympia-Mannschaft der Springreiter steht.

Die deutschen Reiter gehen davon aus, dass die vermeintlich schwächeren Starter in den nächsten beiden Runden am Sonntag und Montag, in denen parallel der Nationenpreis ausgetragen wird, viele Fehler sammeln.

Ein Warm-Up

Dadurch könnten sie dann ohne Probleme in die vierte Runde der Einzelwertung der besten 35 Paare am kommenden Donnerstag einziehen.

"Dafür, dass es eine Mischung aus Warm-Up und Qualifikation gewesen ist, war ich gar nicht mal unzufrieden", sagte Ahlmann.

Der Doppel-Europameister von 2003 zeigte eine schlechte Vorstellung und erlaubte sich zwei Abwürfe und zwei Zeitfehlerpunkte: "Von einem missglückten Auftakt will ich nicht sprechen. Das war Taktik, dass wir nicht volles Risiko gehen und uns die Kraft für den Nationenpreis einteilen", sagte Ahlmann.

Kutscher mit zwei Fehlerpunkten

Der ehemalige Doppel-Europameister Kutscher leistete sich mit Cornet Obolenski einen Abwurf und zwei Zeitfehlerpunkte. "Mein Pferd wirkte sehr frisch zu Beginn und ist gut ins Springen gekommen. Zum Ende fehlte etwas die Konzentration", sagte Kutscher.

Insgesamt waren 77 Reiter am Start, deren Punkte mit den Ergebnissen aus den Teilprüfungen Nummer zwei (Sonntag) und Nummer drei (Montag) addiert werden.

Entscheidung am Donnerstag

Gleichzeitig wird in den Runden zwei und drei das Mannschaftsspringen (Nationenpreis) ausgeritten. Der erste Umlauf im Nationenpreis ist für alle Starter offen, für den zweiten Umlauf wird das Feld von 16 auf acht Teams halbiert.

Die Entscheidung im Einzel fällt am Donnerstag mit den letzten beiden Runden, vor der die bis dahin erzielten Punkte gelöscht werden.

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