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Die deutschen Fußballerinnen wurden 2007 Weltmeister © getty

Bundestrainerin Sylvia Neid warnt vor dem Viertelfinale vor den starken Gegnerinnen. Doch ihr Team hat einen besonderen Anreiz.

Peking - Die Hotels in Shenyang und Tianjin genügen den höchsten Ansprüchen, doch die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen wollen endlich ins Olympische Dorf.

"Das Besondere an Olympia ist, dass man mit anderen Athleten zusammen lebt, wohnt, isst und sich so kennenlernt. Davon sind wir ausgeschlossen", sagt Kapitän Birgit Prinz.

Ein Sieg im Viertelfinale am Freitag (15 Uhr LIVE) gegen Schweden soll das ändern.

Im Erfolgsfall hätte die Mannschaft von Trainerin Silvia Neid die Teilnahme an den Spielen um die Medaillen und damit den Umzug nach Peking sicher.

Umweg nach Schanghai

Über den Umweg nach Schanghai, wo das Halbfinale gegen Brasilien oder Norwegen stattfindet, kämen die Olympia-Dritten von 2000 und 2004 dann endlich in die chinesische Hauptstadt. Denn auch das Spiel um Platz drei findet im Arbeiterstadion von Peking statt.

"Wir wollen unbedingt dort hin, das ist eine Riesenmotivation für uns. Fabian Hambüchen oder Dirk Nowitzki zu treffen, fände ich sensationell", sagt Angreiferin Sandra Smisek.

Teamkollegin Linda Bresonik meint: "Ich will unbedingt ins Olympische Dorf. Wenn wir das nicht sehen, wäre das für mich eine Katastrophe." Für Prinz ist das wochenlange Ausgesperrtsein schon jetzt eine "Bestrafung".

Weiße Weste

Den geplanten Umzug können nur die Schwedinnen noch verhindern, und angesichts der jüngsten Bilanz könnten Prinz und Co. schon die Koffer für Peking packen.

Die vergangenen fünf Begegnungen haben sie allesamt gewonnen, darunter das WM-Endspiel 2003 sowie das "kleine Finale" bei Olympia 2004 in Athen. Im März glückte beim Algarve-Cup der bislang letzte Sieg (2:0).

Neid warnt ihre Spielerinnen jedoch davor, zu früh an einen Umzug zu denken. "Das ist ein Weltklasse-Team", sagt sie über die Schwedinnen.

"Die liegen uns"

Das ist zweifelsfrei richtig, in der Vorrunde blieben die Tre Kronor diesen Nachweis allerdings weitgehend schuldig.

Auch die deutsche Elf spielte noch etwas unter Form, allein die Abwehr mit der noch unbezwungenen Torfrau Nadine Angerer genügte den höchsten Ansprüchen phasenweise.

Von Angerer und Ariane Hingst, die beide in Schweden bei Djurgardens IF spielen, wird Neid den ein oder anderen Tipp bekommen.

"Ich glaube, die liegen uns", sagt Angerer. Sehr zweikampfstark und robust seien die Schwedinnen, meint die 29-Jährige. Im Sturm haben die Skandinavierinnen aber Probleme, zumal mit Hanna Ljungberg ihr Topstar verletzt fehlt. Victoria Svensson und Lotta Schelin sollen an ihrer Stelle für Tore sorgen.

Verbale Offensive

Schelin gibt sich zumindest verbal offensiv. "Das ist nicht das Deutschland, das wir kennen", sagt sie über die bisherige Turnierleistung der Neid-Truppe: "Wenn wir Deutschland jemals schlagen, dann jetzt."

Die Schwedin hat die Rechnung aber offenbar ohne die Reiselust der deutschen Mannschaft gemacht. Stürmerin Conny Pohlers hat vor dem Flug nach Shenyang in der Wartehalle jedenfalls demonstrativ in ihrem Pekingführer geblättert.

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