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Isabell Werth war 1996 auf Gigolo Olympiasiegerin © getty

Die goldene Serie der deutschen Dressur-Reiteri bleibt bestehen. Das Trio Werth/Capellmann/Kemmer bezwingt einen Erzrivalen.

Hongkong - Angeführt von der fantastischen Isabell Werth haben die deutschen Dressurreiter ihre goldene Serie bei Olympia fortgesetzt.

Die 39-Jährige aus Rheinberg führte Deutschland auf ihrem 14 Jahre alten Satchmo mit der höchsten Note des Tages zum Olympiasieg bei den Reiterspielen in Hongkong. Damit sind die deutschen Dressurreiter bei Sommerspielen seit 1972 in München unbesiegt.

Isabell Werth fühlte sich nach ihrem insgesamt fünften Gold bei Olympischen Spielen wie im Märchen. "Ich bin so super, super stolz, dass wir Gold gewinnen konnten", sagte sie überglücklich: "Das ist ein unglaubliches Gefühl. Das fünfte Gold ist klasse, das Einzel kommt erst noch, jetzt freue ich mich über das, was wir haben."

Dritter Triumph in Folge

Vor der deutschen Schlussreiterin hatten Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis und Heike Kemmer (Winsen) mit Bonaparte den Weg zum Gold geebnet. Deutschland kam auf einen Durchschnittswert von 72,916 Punkten. Silber ging an den Erzrivalen Niederlande (71, 750), Dänemark holte Bronze (68,875).

Für die deutschen Reiter war es in Hongkong der dritte Triumph in Folge. Zuvor hatten die Vielseitigkeitsreiter mit der Mannschaft und im Einzel durch Hinrich Romeike die Goldspur gelegt.

Die deutschen Reiter wehrten den angekündigten Schlussangriff der Niederländer souverän ab. Anky van Grunsven mit Salinero, Imke Schellekens-Bartels mit Sunrise und Hans Peter Minderhoud mit Nadine waren letztlich chancenlos. "Die Welt geht nicht unter, aber ich bin schon enttäuscht", sagte Olympiasiegerin van Grunsven.

Satchmo sicher

Weltmeisterin Werth hielt als deutsche Schlussstarterin dem Druck stand und führte ihren Satchmo sicher durchs Programm. Damit schraubte Werth ihre olympische Bilanz auf fünf Goldmedaillen und kletterte in der Rangliste der erfolgreichsten deutschen Olympioniken vom achten auf den vierten Rang.

Die ehemalige Doppel-Weltmeisterin Capellmann zeigte zu Beginn des zweiten Tages des Grand Prix eine solide Leistung. "Ich bin ganz zufrieden", sagte Capellmann, die nach 2000 ihr zweites Team-Gold gewann.

"Viele Flüchtigkeitsfehler"

Bundestrainer Holger Schmezer sah das anders: "Da waren viele Flüchtigkeitsfehler." Ann Katrin Linsenhoff, Team-Olympiasiegerin von 1988 und heutige Vorsitzende der Deutschen Sporthilfe (DSH) war froh, dass "Nadine noch rechtzeig die Kurve bekam."

Bereits am Mittwoch hatte Kemmer den Grundstein zum Erfolg gelegt. Die 46-Jährige, die nach 2004 zum zweiten Mal Team-Olympiasiegerin wurde, bot mit ihrem 15 Jahre alten Hannoveraner Bonaparte eine tadellose Leistung .

Mit 72,250 Prozentpunkte blieb vor den beiden niederländischen Startern Imke Schellekens-Bartels auf Sunrise (70,875 Punkte) und Hans Peter Minderhoud (69,625) mit Nadine. Damit war die Vorentscheidung um Gold gefallen.

Kampf um Gold

Anders als bei Olympia 2004 bestand im Grand Prix von Hongkong eine Mannschaft nicht mehr aus vier, sondern aus drei Paaren. Das Streichergebnis wurde aus dem Programm genommen, so dass sich keine Mannschaft ein Ausscheiden erlauben konnten.

Nach dem Teamwettbewerb im Grand Prix haben die Dressurreiter am Freitag Pause, ehe das Programm am Samstag mit dem Special in der Einzelwertung fortgesetzt wird. Der Kampf um Gold, der wohl zwischen Werth und der van Grunsven ausgetragen wird, ist am Dienstag nach dem Ende der Kür entschieden.

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