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Kim Jong-Su holte in Athen Bronze in der Disziplin Freie Pistole über 50 Meter © getty

Die nächsten Dopingfälle: Neben einem Medaillengewinner im Schießen wurde auch eine Turnerin positiv getestet. Moreno wird verhört.

Peking - Die Olympischen Spiele in Peking werden von den Dopingfällen Nummer zwei und drei überschattet.

Nach Angaben von IOC-Sprecherin Giselle Davies wurde beim nordkoreanischen Pistolenschützen und zweifachen Medaillengewinner Kim Jong-Su der verbotene Betablocker Propranolol festgestellt.

Kim wurde von den Spielen ausgeschlossen und muss seine Medaillen zurückgeben.

Er hatte Silber mit der Freien Pistole und Bronze mit der Luftpistole gewonnen.

Neuer Silbermedaillengewinner mit der Freien Pistole ist der Chinese Zongliang Tan, Bronze erhält der Russe Wladimir Issakow. In der Luftpistolen-Wertung rückt der US-Amerikaner Jason Turner auf den Bronzerang vor.

Auch Bulgarin erwischt

Zudem wurde die vietnamesische Kunstturnerin Do Thi Ngan Thuong, die allerdings weit außerhalb der Medaillenränge gelandet war, positiv getestet.

Bei ihr wurde Furosemid, ein Diuretikum, festgestellt, das auch zur Verschleierung von Dopingmitteln dient.

Am Freitagabend wurde auch bekannt, dass die bulgarische Leichtathletin Daniela Jordanowa noch vor ihrer Reise nach Peking bei einer Trainingskontrolle positiv getestet wurde.

Gefragtes Mittel

"Dopingfälle sind auf der einen Seite natürlich schlecht für den Sport", sagte Schützen-Sportdirektor Heiner Gabelmann: "Auf der anderen Seite sieht man, dass das System greift. Dopingfälle haben eine abschreckende Wirkung auch im Schießen."

Der von Kim benutzte Betablocker, der den Herzschlag senkt und eine beim Schießen nützliche Beruhigungswirkung hat, sei das Mittel, "nach dem man in unserer Sportart besonders sucht".

DSB geht auf Nummer sicher

Gabelmann erklärte, dass es bei den Dopingkontrollen außerhalb der Wettkämpfe größere Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gebe: "Vielleicht ist er daheim nicht getestet worden oder hat das Mittel aus Unkenntnis genommen."

Alle deutschen Schützen müssen vor der Medikamenteneinnahme den Teamarzt informieren.

Zudem führt der Deutsche Schützenbund (DSB) zusätzliche Wettkampfkontrollen durch. Die etwa 400 Proben im Jahr kosten den Verband etwa 100.000 Euro.

Gabelmann: "Wir versuchen so, Doping bei uns auszuschließen. Aber eine hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben."

Moreno flüchtet wegen "Panikattacken"

Vor dem überführten Duo war bei der spanischen Radfahrerin Maria Isabel Moreno bei einer Kontrolle am 31. Juli das Blutdopingmittel Erythropoietin (Epo) nachgewiesen worden. Sie wurde in ihrer spanischen Heimat Lleida von der Polizei verhört.

Moreno war bei einer Kontrolle am 31. Juli kurz nach ihrer Ankunft in Peking positiv auf das Blutdopingmittel Erythropoietin (Epo) getestet worden.

Ohne das Ergebnis der Kontrolle abzuwarten, reiste sie noch am gleichen Abend in ihre Heimat ab. "Panikattacken" waren die offizielle Begründung für ihre überstürzte Flucht.

Der spanische Sportminister Jaime Lissavetzky hatte Moreno daraufhin aufgefordert, mit der Polizei zu kooperieren und die Namen der Hintermänner zu nennen.

Trainingskontrolle bei Jordanowa

Die 32 Jahre alte Mittelstrecklerin Jordanowa, die nach Platz fünf über 1500 m bei den Spielen 2004 in Athen diesmal zu den Medaillenkandidatinnen zählte, war am 13. Juni in Sofia bei einer Trainingskontrolle getestet worden.

Die Probe enthielt Spuren von Testosteron oder einer Vorgängersubstanz.

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