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Maike Stöckel (r.) war beim Champions-Trophy-Debakel dabei © getty

Matchball Nummer eins für die deutschen Hockey-Damen: Gegen Argentinien wollen die Golden Girls eine "Scharte auswetzen".

Peking - Nur ein Punkt aus zwei Spielen fehlt noch, dann haben die deutschen Hockey-Damen das Halbfinale bei den Olympischen Spielen in Peking erreicht.

Das klingt nach wenig und machbar, aber vor dem ersten "Matchball" am Samstag (12 Uhr MESZ LIVE) gegen Argentinien warnt Bundestrainer Michael Behrmann:

"Wir sind noch nicht ganz da, wo wir sein wollen. Argentinien hat Top-Spielerinnen und große individuelle Klasse."

Das hat sein Team erst im Frühjahr leidvoll erfahren, als die Südamerikanerinnen im Finale der Champions Trophy in Mönchengladbach mit 6:2 triumphierten.

"Scharte auswetzen"

Sie brachten Deutschland damit die höchste Niederlage bei, seit Behrmann Ende 2006 den Bundestrainerjob von Markus Weise übernommen hat.

"Wir haben uns noch im Spielerkreis, gleich nach dem Sieg gegen die USA am Donnerstag vorgenommen, diese Scharte auszuwetzen", sagte Stürmerin Natascha Keller, "wir haben mit denen noch eine Rechnung offen."

Die Argentinierinnen haben sich bislang schwer getan bei diesen Spielen, trennten sich von den USA und Großbritannien jeweils nur 2:2.

Aber als das vorzeitige Aus drohte, setzten sie sich gegen Japan durch, das am Montag (2.30 Uhr MESZ) letzter deutscher Vorrundengegner ist.

"Abwehr wird gefordert"

Auf jeden Fall erwartet die Mannschaft gegen das spielstarke Team um Superstar Lucia Aymar eine völlig andere Partie, als in den drei ersten Spielen gegen die eher britisch, körperlich, kämpferisch orientieren Teams aus Großbritannien, Neuseeland und den USA.

"Unsere Abwehr wird sicherlich sehr viel mehr gefordert werden als in diesen Partien", glaubt Sportdirektor Rainer Nittel.

Scholz im "Playboy"

Doch gerade die Deckung um Torfrau Kristina Reynolds und die Innenverteidigerinnen Tina Bachmann und Julia Müller ist ein deutsches Schmuckstück.

"Man muss uns erst einmal schlagen", sagt Nittel. Hohe Niederlagen gab es so gut wie nie. Mit Ausnahme der Pleite von Mönchengladbach eben.

Auf dem angestrebten Weg in die Medaillenränge lässt sich das Team auch nicht von den jetzt veröffentlichten "Playboy"-Fotos von Katharina Scholz ablenken.

Familie, Freunde, Mitspieler und der Deutsche Hockey-Bund (DHB) wussten längst Bescheid, das Foto-Shooting fand bereits vor zwei Monaten statt.

Stolz auf die Bilder

Die Angreiferin ist stolz auf das Ergebnis und geht ansonsten nicht auf das Thema ein.

Es gibt schließlich noch einen Job zu erledigen.

"Wir haben alles selbst in der Hand, unser Ziel ist eine Medaille, wir wollen uns diese Chance nicht mehr entgehen lassen", kündigte Behrmann an, "wenn man erst einmal im Halbfinale steht, dann ist wieder alles möglich."

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