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Anja Mittag (r.) rückte für Sandra Smisek in die deutsche Startelf © getty

Mit viel Mühe haben die DFB-Frauen gegen Schweden den Sprung ins Olympia-Halbfinale geschafft. Dort wartet nun Brasilien.

Shenyang - Die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen dürfen weiter von der ersten Olympia-Goldmedaille träumen.

Die Mannschaft von DFB-Trainerin Silvia Neid bezwang Schweden im Viertelfinale in Shenyang 2:0 (0:0) nach Verlängerung und erreichte damit zum dritten Mal in Folge die Vorschlussrunde der Sommerspiele.

Dort treffen Birgit Prinz und Co. am Montag in Shanghai in der Neuauflage des WM-Endspiels von 2007 auf Brasilien, das sich 2:1 (1:0) gegen Norwegen durchsetzte.

Garefrekes sorgt für die Erlösung

Die Frankfurterin Kerstin Garefrekes traf in der 104. Minute per Kopf nach Eckball von Renate Lingor zum 1:0. Simone Laudehr (115.) vom FCR Duisburg stellte den Endstand her. In der Vorrunde hatten sich Deutschland und Brasilien torlos getrennt.

Vor 17.209 Zuschauern in Shenyang war Deutschland von Beginn an bemüht, die durchwachsenen Leistungen der Vorrunde vergessen zu machen.

Das gelang zunächst auch: Der Olympia-Dritte von 2000 und 2004 war die deutlich gefährlichere Mannschaft. Das lag auch daran, dass Neid erstmals im Turnierverlauf ihre Startelf geändert hatte: Für die bislang enttäuschende Sandra Smisek begann Anja Mittag.

Chancen nicht genutzt

Die Potsdamerin setzte sich schon nach sechs Minuten erstmals in Szene, verfehlte mit ihrem Schuss aus 20 Metern das schwedische Tor aber knapp. Nur 120 Sekunden später traf Linda Bresonik aus 32 Metern nur den Außenpfosten.

Die beste Chance der ersten Halbzeit vergab jedoch Spielführerin Birgit Prinz. Nach einem Befreiungsschlag von Annike Krahn strebte sie auf das gegnerische Gehäuse zu, spielte Torfrau Hedvig Lindahl aus - traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz.

Schwedinnen mit Mühe

Schweden gelang es indes nur sehr selten, überhaupt in den gut verteidigten deutschen Strafraum einzudringen.

Jessica Landström köpfte bei der einzigen guten Gelegenheit neben das Tor (41.). Nach der Pause gestalteten die "Tre Kronor" das Spiel ausgeglichener und hatten auch die erste Chance: Nadine Angerer im deutschen Tor ließ nach einer Ecke den Ball fallen, doch Sara Larsson scheiterte an der vielbeinigen DFB-Abwehr.

Nach einer Stunde gab auch die deutsche Offensive wieder ein Lebenszeichen, Melanie Behringers Distanzschuss landete allerdings weit neben dem Tor.

Pfostenschuß in der Nachspielzeit

Nur wenig später blockte Charlotte Rohlin einen Schuss von Prinz in letzter Sekunde ab. Die deutsche Mannschaft versäumte es hernach, die durchaus verwundbaren Schwedinnen weiter unter Druck zu setzen. Wieder schlichen sich im Aufbauspiel einige Fehlpässe ein, die Schweden seinerseits zu Vorstößen nutzte.

In der 71. Minute war Neid zum ersten Wechsel gezwungen, weil Linda Bresonik umgeknickt war und nicht mehr weiterspielen konnte. Für sie rückte Babette Peter in die Viererabwehrkette.

Anstelle der Verteidigung stand unmittelbar danach wieder Prinz im Mittelpunkt, doch die Fußballerin des Jahres schoss nach einem tollem Alleingang erneut vorbei. In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit traf Melanie Behringer (90.+3) nur das Lattenkreuz.

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