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2005 und 2007 wurde Katja Wächter (l.) Deutsche Einzelmeisterin © getty

Dank der beiden Goldmedaillen von Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink verspürt nun auch das Frauen-Florett-Team Rückenwind.

Peking - Der Rückenwind durch Gold im Doppelpack soll das deutsche Florett-Team der Frauen beflügeln.

"Wir sind Außenseiter. Wenn wir eine Medaille holen, ist das eine super Sache - und die ist möglich", sagt Sportdirektor Claus Janka vom Deutschen Fechter-Bund (DFeB).

Es ist die letzte Fechter-Entscheidung mit deutscher Beteiligung am Samstag (9 Uhr/3 Uhr MESZ) in Peking.

Durch die ersten Einzel-Siege in ihren Waffen hatten Britta Heidemann mit dem Degen und Benjamin Kleibrink mit dem Florett dem DFeB den größten Erfolg bei Olympia seit dem Doppelpack durch Anja Fichtel und Alexander Pusch 1988 in Seoul beschert.

Unbeschwert und ohne den Druck, unbedingt eine Medaille gewinnen zu müssen, kann das Florett-Team von Bundestrainer Sergej Golubytskyi nun antreten.

"Das könnte beflügeln, wir können da relativ befreit reingehen", sagt Janka. Das gilt vor allem für Katja Wächter.

Wächters mit Glanzpunkt in ihrer Karriere

Die 26-Jährige hatte sich im Einzel als Beste des Tauberbischofsheimer Trios am Montag bis ins Viertelfinale vorgekämpft, Platz acht belegt und damit den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert.

Schlechter lief es für die anderen deutschen Florett-Asse: Die Neunte Carolin Golubytskyi, Ehefrau des Bundestrainers, war als Medaillenhoffnung gestartet und hatte nach dem Aus im Achtelfinale bittere Tränen der Enttäuschung vergossen.

Schache verpasst die letzten 16

Sogar den Sprung in die Runde der letzten 16 verpasst hatte Anja Schache.

Die 31-Jährige hatte am Ende Platz 23 belegt.

"Wir müssen mit der Mannschaft nochmal alles versuchen", sagt Wächter.

"Müssen uns nicht verstecken"

"Wir werden definitiv nichts geschenkt bekommen, müssen uns aber auch nicht verstecken."

Zunächst steht das Gefecht gegen die Ungarinnen im Viertelfinale an, danach dürfte Polen im Halbfinale warten.

"Wir sind mit Ungarn und Polen etwa gleichauf, die Chance ist da", meint Janka.

Wie reagiert Golubytskyi?

Viel wird davon abhängen, wie die 22 Jahre alte Golubytskyi die Enttäuschung aus dem Einzel verkraftet hat.

Völlig am Boden zerstört hatte die EM-Dritte gewirkt.

Viel Aufbauarbeit musste in den vergangenen Tagen geleistet werden.

"Etwas vorgenommen"

Im Abschlusstraining am Freitag habe sie aber einen guten Eindruck hinterlassen, erzählt Janka: "Es geht jetzt wieder von null los."

Und über Wächter sagt er: "Katja ist voll dabei." Man spüre bei allen: "Die wollen, die haben sich was vorgenommen."

Erst im Finale würden Favoritinnen warten

Ein weiterer Vorteil könnte es sein, dass das deutsche Team den Topfavoritinnen aus Italien und Russland aus dem Weg geht.

Erst im Finale ist ein Duell mit den Olympiasiegerinnen von 2000 aus Italien mit der Einzel-Goldmedaillengewinnerin der Spiele 2000, 2004 und 2008, Valentina Vezzali, möglich.

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